Schon bevor wir einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten durften , stand der Entschluss fest, eine Geburt im Geburtshaus anzustreben . Durch die Geburten unsere zwei Kinder zuvor war ich geprägt von Selbstzweifel es jemals ohne PDA schaffen zu können aber auch den tiefen Vertrauen in mich ,meinen Körper und unser Baby das vieles anders laufen würden mit einen Geburtsort an den wir uns sicher und verstanden fühlen .
Im November 2024 erhielten wir die langersehnte Nachricht unser drittes Baby im Juli 2025 empfangen zu dürfen. Direkt rief ich im Geburtshaus an um mich für eine Geburt dort anzumelden. Es folgten regelmäßige Termine mit Vorsorgen und wir freuen uns jedes Mal aufs neuen diesen wunderschönen Ort besuchen zu dürfen. Die Monate vergingen , Winter, Frühling und dann war es plötzlich Sommer und der errechnete Geburtstermin rückte immer näher. Beide unsere Kinder kamen nach den Errechneten Termin auf die Welt und so waren wir uns sicher das es auch diesmal der Fall sein würde.
Wie vermutet, passierte erstmal nichts. Jeden Abend hatte ich Wehen die dann aber auch wieder verschwanden und morgens wachte ich mit jeden weiteren Tag ein kleines bisschen frustrierter auf das ich eine gute Nacht hatte (wie man es mit zwei kleinen kindern im Familienbett hat 😉 )
9. Tage über den ET beschlossen wir Nachmittags mit den kindern nochmal schwimmen zu gehen und machten uns einen entspannten Tag. Die Bewegung und die Schwerelosigkeit taten sehr gut und ich behielt die Hoffnung und Zuversicht das sich unser Baby bald auf den Weg macht.
In dieser Nacht wurde ich um 3.30 Uhr wach und spürte Kontraktion. Das war erstmal nicht neu für mich und ich schenke diesen wenig Beachtung . Ich dämmerte weiter, kuschelte mit unseren kindern die friedlich neben uns lagen und spürte jedoch schnell das direkt eine Regelmäßig da war und ich alle 3 bis 4 Minuten die Wehen veratmen musste .
Diese Schwangerschaft habe ich mich schon Anfang vom 2. Trimenon mit der Geburtsvorbereitung „Die friedliche Geburt „ beschäftigt . Also startete ich die Hypnose und habe trotz intensiver Wehen den Schmerz annehmen können . Gegen 5.30 Uhr weckte ich meinen Mann und ich beschloss in die Badewanne zu gehen . Mittlerweile hatte ich alle 3 Minuten Wehen die ich intensiv veratmete. Im Wasser fühlte ich mich wohl und die Minuten verflogen . Die Hypnose hat mir weiterhin sehr geholfen ruhig zu bleiben und in Verbindung mit unsere Tochter.
Um 6.45 Uhr fragte mein Mann (mittlerweile ein bisschen nervös? ) ob es nicht jetzt an der Zeit wäre im Geburtshaus anzurufen . Aus Sorge und geprägt von den 2 vorherigen Geburten stieß er mit dieser Frage nicht ganz auf Einverständnis meinerseits . Der Gedanke einer sehr langen Geburt und möglichen Enttäuschungen über eine geringen Geburtsfortschritt bremsten mich, losfahren zu wollen .
Mein Mann fande seine Idee dennoch gut und so riefen wir im Geburtshaus an und Ina begrüßte uns freundlich. Auch sie schätze die Situation gut ein und empfohl uns ,uns zeitnahe auf den Weg zu machen.
Widerwillig stieg ich aus der Badewanne und wir machten uns Abfahrt bereit . Unsere beiden Kinder waren mittlerweile auch wach geworden und wurden von ihrer Tante versorgt die glücklicherweise seit einigen Tagen hier übernachtete.
Wie verabredet trafen wir um 8 Uhr morgens im Geburtshaus ein . Die 30 minütige Autofahrt habe ich so gut wie nicht wahrgenommen . Konzentriert auf mich und die Hypnose.
Empfangen wurden wir von Ina und Hebammen Studentin Evelyn. Der Geburtsraum war vorbereitet, die Badewanne füllte sich mit Wasser, die Kerzen brannten. Auch unsere mitgebrachte Kerze die ich mit unseren kindern gestaltet habe ,fand ihren Platz .
Ich veratmete alle 2 Minuten die Wehen, liegend auf den Bett ,gehalten von meinen Mann . Ina fragte ob ich eine Untersuchung wünschte, was ich verneinte. Zwei kräftige Wehen später fande ich den Vorschlag doch ganz gut. Im Nachhinein betrachtet waren diese zwei Wehen die einzigen beiden die ich als schmerzhaft und intensiv empfunden habe.
Mittlerweile war es 8.45 Uhr . Ina teile uns mit das die Geburt kurz bevor stand und der Muttermund fast vollständig geöffnet ist. Dieser Aussage konnte ich keinen Glauben schenken und fragte Ina unzählige Male ob sie sich wirklich sicher sei . In meinen Gedanken konnte ich es nicht fassen ohne PDA ,Schmerzmittel und Intervention unsere Tochter gebären zu dürfen und zu können.
Ich beschloss in die Badewanne zu steigen. Im 4 Füßler stand genoss ich den kurzen Moment der Schmezlinderung. Den Geburtskamm immer noch fest in meiner Hand, folgte eine weitere intensive Wehe. Die Fruchtblase sprang und Ina sagte das sie schon den Kopf sehen könnte . Das erste Mal habe ich den Gedanken zugelassen das unsere Tochter an diesen wunderschönen Ort geboren wird. Es folgten zwei Presswehen und Olivia Luise Catherine wurde um 9.05 Uhr im Wasser geboren . Friedlich, alleine durch meine Kraft, im Vertrauen. Direkt nahm ich Sie durch meine Beine entgegen und schloss sie fest in den Arm. Mit warmen Handtüchern bedeckt schaute sie uns mit großen Augen an . Zufrieden und von Herzen geliebt .
Ich verblieb in der Badewanne bis die Plazenta geboren wurde . Nach der Plazentageburt durchtrennt wir gemeinsam die Nabelschnur mit guten Wünschen für unsere kleine Tochter.
Mit Evelyns Hilfe duschte ich direkt und kuschelte mich ins Bett während mein Mann und Tine ( die erst nach der Geburt dazu kam ) die U1 machten . Wie schon erwartet wog auch unser drittes Kind über 4 kg .
Eine Inspektion der Geburtswege ergab zum glück keine versorgungspflichtige Verletzungen.
Tine bereitet uns ein wunderbares Frühstück vor und gegen Mittag machten wir uns bereits auf den Weg nach Haus.
Überglücklich, voller Stolz und Dankbarkeit blicken wir auf die Geburt zurück.
Danke liebe Ina für die Zuversicht die du mir in genau den richte Momenten vermittelt hast und deinen energischen Rat uns auf den Weg ins Geburtshaus zu machen ?
Danke liebe Tine für deine lieben Worte und das tolle Frühstück.
Danke Evelyn für deine Unterstützung und dein Engagement
Ihr werdet für immer teil unsere Geschicht bleiben und dank euch durften wir die heilende Geburt erleben die wir uns so sehr ersehnt haben.
Alles liebe für euch
I. und B. mit Olivia







