Eddy

Am 13.07. Hatte ich bereits gemerkt dass es irgendwie etwas mehr im Unterbauch zieht als sonst, da wir Abends noch einen Termin im Geburtshaus hatten zur Akupunktur hab ich gleich mal Johanna gefragt ob das schon ein Anzeichen für’s losgehen sei, da ich ja auch „erst“ am 17.7. Termin hatte, sie sagte es kann sein dass es in den nächsten Tagen los geht aber das ist ja nie gewiss. So machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Hause und ich war irgendwie ganz durch den Wind weil sich meim Körper und meine mentale Stimmung so sehr anders anfühlte, da es immer häufiger mit dem ziehen und einem leichten Druck Gefühl wurde, fing ich einfach mal an es aufzuschreiben an dem Tag, es startete schon morgens allerdings in sehr weiten Abständen und unregelmäßig.
Nach der Akupunktur waren wir Zuhause und ich rödelete noch ein wenig rum im Haushalt. Auf dem Sofa bemerkte ich mehr und mehr das ziehen und den Druck das immer häufiger wurde. Wir gingen gegen 10 rum ins Bett. Da blieb ich allerdings nicht lange da es immer stärker wurde und das Bedürfniss hatte dies auch instinktiv zu veratmen. Ich verzog mich also ins Wohnzimmer und dort wurden die Abstände immer kürzer und die Wehen stärker. Als ich dann auf der Toilette bemerkte das sich mein Schleimpropf löste wurde ich doch sehr nervös und so rief ich gegen 04:00 im Geburtshaus an und habe mit Marisa alles besprochen, wir machten eine grobe Zeit aus , da ich sie zwischendurch informierte das ich dann bei dem zetlichen Abstand von 3 min. lag. Um 06.00 weckte ich auch meinen Freund der auch ganz verdutzt guckte und erstmal wach werden musste. Er half mir noch beim Veratmen und massierte mein Kreuzbein um 07:10 Uhr fuhren wir dann bei leichtem Regen und dem langsam startenden Berufsverkehr von Enger zum Geburtshaus, im Auto wurden die Wehen zunehmend mehr und immer stärker, trotz allem war diese ruhige Stimmung und die Aufregung zu spüren es war irgendwie schön das es so leicht düster draußen war.
Als wir ankamen bin ich direkt zur Tür getapert und da empfingen mich auch schon Jule und Marisa, es war alles so schön vorbereitet die Kerzen waren an es duftete wie immer gut und die Wanne wurde auch schon befüllt, zunächst hat Jule mich untersucht um zu gucken wie weit mein Muttermund war, er war schon bei 6 cm ich war total überrascht und total happy da ich das nicht erwartete. Anschließend wurden die Herztöne abgehört und mein puls. Ich hatte das Bedürfnis sofort in die wanne zu gehen und dies tat ich dann auch, das war so herrlich und tat so gut denn dort eine Wehe zu veratmen war um einiges einfacher. Mein Freund setzte sich an die Wanne und Marisa und Jule kamen auch mit dazu und so „chillten“ wir auch eine Weile und ich veratmete immer mal wieder meine Wehen, wir hörten ein bisschen Musik und ich bekam auf Wunsch auch lecker Schokolade zum naschen. Die Gespräche die wir hatten waren sehr lustig und schön. Alles war so liebevoll und entspannt, Eddy war unter der ganzen Geburt so entspannt mit seinen Herztönen. Nach einer Weile wechselten wir immer mal die Positionen und so kam ich dann schon an 8 cm Muttermundweite ran. Ab da ging es dann auch ziemlich schnell wie ich empfand, der Druck wurde immer schwerer und ich drückte bereits mit. Johanna kam mit dazu, wir saßen bzw. hockten mittlerweile vor dem Bett, ich im Schoß meines Freundes und die Mädels vor mir und so feuerten mich die 3 und mein Freund mit voller Elan an, ich dachte ich kann nicht mehr, war völlig erschöpft und sollte dann noch weiter pressen,was für ein Akt. Ich merkte wie der kopf sich immer mehr durchdrückte und zum Schluss griff Johanna meine Hände hob mich hoch und ich drückte während des wieder runter lassen so kräftig wie ich konnte und „Zack“ !! da war er, unser kleiner Eddy, so perfekt so schön. Ich war glücklich, erschöpft und dennoch so aufgeregt.
Nachdem auch meine Plazenta da war, half Marisa mir beim Duschen und wir bekamen anschließend mein all so geliebtes und erwünschtes Mettbrötchen mit kalter Cola, wow, was für eine Wohltat. Wir kuschelten mit Eddy und ich wurde noch untenrum frisch gemacht und so verlaßen wir nach ca. 4 Stunden mit unserem kleinen großen Glück das Geburtshaus. Ich hätte mir keine schönere Geburt vorstellen können als mit diesen wunderbaren Hebammen und in dieser tollen Atmosphäre. Ich bin noch immer ganz benebelt von all den Ereignissen. Ich freue mich schon irgendwann mein zweites Kind dort zur Welt zu bringen.
Wir bedanken uns nochmals herzlich für die tolle Arbeit der Hebammen.

Lena, Ruslan und klein Eddy

Matilda

Am 1. Februar war mein errechneter Termin und der Tag fing turbulent an. Ich hatte morgens einen
Termin bei meiner Frauenärztin, die noch einen kurzen Routine-Ultraschall gemacht hat. Während
des dritten, großen Ultraschalls wurden Zysten in einer der beiden Nieren meiner Tochter entdeckt
und so wurde bei allen Terminen einmal kurz geschallt, um zu schauen, ob sich die Zysten
veränderten. Bei diesem letzten Ultraschall meinte meine Frauenärztin plötzlich eine riesige Zyste
entdeckt zu haben. Ich wurde als Notfall nach Bethel verwiesen, wo eine Fachärztin nochmal
schallte und feststellte, dass die riesige Zyste nur die gefüllte Blase war. Die Nieren sahen
stattdessen sehr gut aus! Erstmalige Erleichterung. Dennoch wollte man mich direkt für eine
Einleitung dabehalten, da das Baby „furchtbar riesig, weit über 4kg“ werden würde und damit
sicher „im Geburtskanal stecken bleiben würde“. Es gäbe doch gar keinen Grund noch weiter zu
warten! Ich verneinte die Einleitung und vertraute ganz darauf, dass mein Baby mir schon den
richtigen Tag für ihre Geburt deutlich machen würde. Stattdessen sollte ich mich in 2 Tagen
nochmal melden, dann sollte aber eingeleitet werden! Ich sagte erst mal zu, damit man mich gehen
ließ.
Zuhause entschieden meine Frau und ich, dass wir der Geburt ein bisschen auf die Sprünge
verhelfen könnten, um mir einen erneuten unangenehmen Aufenthalt in Bethel zu ersparen. Wir
wendeten alle Hausmittelchen an, die uns einfielen. Es gab zum Beispiel besonders viel Zimt- und
Ingwertee für mich. Und tatsächlich, am 2. Februar, morgens gegen halb 3, spürte ich die ersten
Wehen. Sie fühlten sich viel stärker an, als die Vorwehen, die ich davor immer mal wieder hatte. Ich
wartete noch eine Weile ab, bevor ich meine Frau weckte. Sie trackte die Wehen und tatsächlich
waren sie beinahe regelmäßig und gingen auch nicht mehr weg, wie das die Tage zuvor immer
wieder der Fall war. Wir waren aufgeregt, sollte heute endlich unser Baby kommen?
Noch waren die Wehen aushaltbar und ich konnte frühstücken. Auch unter der Dusche gingen die
Wehen nicht weg. Gegen Mittag wurde der Abstand zwischen den Wehen länger, bis zu 15 Minuten.
Dennoch waren die Pausen nie lange genug, um mich ausruhen zu können. Mittlerweile musste ich
auch veratmen. Um den Abstand zu verkürzen, gingen wir noch mit unserem Hund spazieren. In
den Wehenpausen war alles gut, aber wenn diese vorbei waren, war es nicht mehr angenehm!
Dennoch war ich vor Euphorie erfüllt. Es war mittlerweile nachmittags, die Wehen waren zwar
nicht nach der 3-2-1 Regel regelmäßig, aber doch kurz davor. Meine Frau rief im Geburtshaus an
und wir sollten vorbei kommen, um zu schauen, wie der Muttermundstand ist.
Die kurze Fahrt zum Geburtshaus war sehr unangenehm. Aber wir hatten die Hoffnung, dass wir
auf der Rückfahrt unser Baby mitnehmen durften. Bei der Untersuchung stellte sich jedoch heraus,
dass ich mich nur in der Latenzphase befand und mein Muttermund noch komplett verschlossen
war! Mit den Worten „lange Latenzphasen führen oft zu schnellen Geburten“ versuchte man uns zu
beruhigen. Aber ich konnte kaum die Tränen zurück halten. Der ganze Schmerz und die ganze
Anstrengung und es war noch lange nicht vorbei?! Auf der Rückfahrt war ich still und
angekommen, legte ich mich sofort ins Bett und versuchte mich mental auf die noch bevorstehende
Zeit vorzubereiten. Es würde noch eine Weile dauern aber irgendwann würde es geschafft sein! Im
Bett dachte ich über die Podcast Reihe „die friedliche Geburt“ nach, die ich in meinem letzten
Schwangerschaftstrimester regelmäßig gehört habe, und versuchte regelmäßig zu atmen und mir
meine schöne Geburt vorzustellen. Es war früher Abend und die Wehen wurden in der Tat
intensiver. Ich konnte nicht mehr sagen, welchen Abstand sie mittlerweile hatten. Ich war seit den
frühen Morgenstunden wach, hatte wenig gegessen und konnte mich zwischendurch nicht ausruhen.
Ich fühlte mich jetzt schon am Ende meiner Kräfte.
Mühsam konnte ich mich nur noch auf die Toilette schleppen. Doch plötzlich spürte ich etwas aus
mir herausflutschen und in der Toilettenschüssel war ein blutiger, schleimiger Pfropfen. Dabei
dachte ich, der Schleimpfropf war schon längst abgegangen!

Meine Frau rief wieder im Geburtshaus an, im Hintergrund hörte man mich die Wehen mittlerweile
vertönen, so intensiv waren sie. Es war ca. 21:00 und endlich durften wir wieder ins Geburtshaus.
Meine Frau fragte, ob man mir eine Badewanne einlassen könnte, da wir zuhause keine hatten. Der
Gedanke an eine warme Badewanne ließ mich die Autofahrt überstehen.
Angekommen zog ich mich direkt aus, mir war mittlerweile alles egal, und endlich konnte ich ins
warme Wasser. Das tat so gut!
Kathi hatte Dienst, was ein bisschen witzig war, denn sie war die einzige Hebamme, die wir bisher
noch nicht kennen gelernt hatten. Aber ich fühlte mich durch ihre ruhige, angenehme Art direkt gut
aufgehoben. Kathi untersuchte mich und stellte fest, dass mein Muttermund tatsächlich komplett
offen war! Jetzt würde es nicht mehr lange dauern, sagte sie, und rief die zweite Hebamme, Alex,
und die Praktikantin, Judith, an. Ich war erleichtert. Mein Kind würde im Geburtshaus zur Welt
kommen, ich war an einem guten, sicheren Ort, was auch immer in den nächsten Stunden passieren
würde, ich würde es überstehen.
Nachdem nun also die Geburt kurz bevorstehen sollte, sollte ich aus der Wanne raus und schon mal
diverse Geburtspositionen einnehmen, damit das Baby tiefer in den Geburtskanal rutschte. Alex und
Judith kamen mittlerweile an und ich freute mich beide zu sehen.
Die nächsten Stunden verbrachte ich im Delirium. Die Schmerzen waren mittlerweile stärker und
die Wehenpause nur noch sehr kurz. Schlimmer war für mich allerdings die Erschöpfung. Stunden
vergingen und es tat sich wenig. Von einer schnellen Geburt war nicht mehr die Rede. Ich wurde zu
allen möglichen Geburtspositionen angeleitet, damit das Baby tiefer rutschte, und ich befolgte alles
kommentarlos. Ich war nicht mehr in der Lage viel zu erwidern. Ich fühlte mich weggetreten und
konnte nur daran denken, dass es immerhin bald vorbei wäre. In den nächsten Stunden würde mein
Baby kommen, immerhin! Es war mittlerweile schon früher Morgen, der dritte Februar, auch wenn
ich nicht mitbekam wie die Zeit verging, Für mich fühlte sich alles wie eine gleiche Masse an, ohne
Anfang und Ende. Zwischendurch wurden immer wieder die Herztöne des Babys abgehört, aber sie
blieben ruhig und regelmäßig. Meine Babymaus machte die Geburt gut mit und bewahrte mich vor
einer Verlegung ins Krankenhaus. Zwischendurch platzte bei einer Untersuchung die Fruchtblase
und gab mir neuen Aufschwung, der aber nur kurz anhielt. Es dauerte weiter sehr lange.
Nach langer Zeit war schließlich der Kopf sichtbar und die Presswehen begannen. Ich durfte den
Kopf fühlen, spürte aber nur eine harte, schleimige Masse. Das hatte ich mir irgendwie
romantischer vorgestellt. Ich war erleichtert, dass ich bei jeder Wehe nun mitpressen durfte, das
fühlte sich so an, als hätte ich wenigstens ein bisschen mehr Kontrolle über diesen Wirbelsturm an
Geburt. Jetzt sollte das Baby aber bald kommen, der Kopf war ja schon sichtbar! Aber wieder
vergingen Stunden. Ich wurde durch den ganzen Raum geschickt für unterschiedliche Positionen, in
keiner verblieb ich länger als ein paar Minuten. Das Pressen war anstrengend, mittlerweile zitterte
mein ganzer Körper von den unterschiedlichen Positionen.
Es war mittlerweile kurz vor 6, ich hockte vorm Bett, meine Frau saß hinter mir und ich fühlte mich
am Ende meiner Kräfte. Wäre ich in der Lage gewesen zu sprechen, hätte ich mir schon fast einen
Dammschnitt gewünscht, Hauptsache mein Baby kam endlich. Sie musste jetzt definitiv raus!
Ich bekam nur halb mit, wie eine der Hebammen, Kathi oder Alex, ich konnte es nicht mehr
unterscheiden, auf meinen Bauch drückte und die andere meinen Damm mit einem Finger spreizte
und plötzlich spürte ich, wie bei der nächsten Presswehe etwas harten und zugleich feucht-warmweiches aus mir herausflutschte. „Der Kopf ist da!“ wurde gejubelt und sofort folgte der Körper.
Dieser Moment, als sie aus mir herauskam, werde ich nie vergessen. Zwischen meinen Beinen lag
mein Baby. Meine Tochter Matilda! Auf die meine Frau und ich all die Monate gewartet hatten.
Plötzlich war sie da. Der Moment fühlte sich so surreal an. Das war in meinen Bauch gewachsen?
Sofort wurde mir Matilda auf die Brust gelegt. Meine Sicht war verschwommen, ich konnte nur die
dunklen Haare erkennen und spürte aber diesen warmen, weichen Körper auf mir. Ich schaffte es

irgendwie aufs Bett hinter mir und lag einfach nur da mit ihr. Sie schrie nicht. Ich spürte nur leichte
Bewegungen auf mir. Aber sie war da! Meine Frau durchschnitt die Nabelschnur, damit Matilda
kurz untersucht werden konnte. Sie bekam Sauerstoff und ich hörte den ersten kleinen Schrei.
Bei mir fingen mittlerweile aber die Nachwehen an. Und da dachte ich, der Schmerz wäre
überstanden! Die Plazenta war noch in mir und die Regeln des Geburtshauses waren, dass nur eine
halbe Stunde verstreichen durfte! Langsam lief die Zeit ab. Kurz vor Schluss schafften Kathi und
ich es, dass sie doch endlich heraus flutschte. Die Geburt war endlich beendet.
Kathi, Alex und Judith gratulierten mir und ich, endlich wieder in der Lage zu sprechen und etwas
von meiner Umgebung mitzubekommen, war ihnen einfach nur wahnsinnig dankbar, dass sie für
mich da waren und ich meine Tochter im Geburtshaus entbinden durfte.
Kathi nähte noch meine Geburtsverletzungen, die zum Glück nicht so schlimm waren, wie zuerst
befürchtet. Ein Dammriss zweiten Grades und viele Hämatome. Das würde mir für die nächsten
Tage noch viel Freude bereiten 😉
Die Geburt meiner Tochter war unglaublich lang und absolut nicht so, wie ich sie mir vorgestellt
habe. Dennoch bin ich so unglaublich dankbar, dass ich im Geburtshaus entbinden durfte und dass
Kathi, Alex und Judith (und meine Frau natürlich) die ganze Zeit für mich da waren. Es gab keinen
einzigen Moment, in dem ich mich nicht sicher und gut aufgehoben gefühlt habe. Im Geburtshaus
zu entbinden war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.
Ich hoffe, ich kann allen Frauen*, die diesen Bericht lesen, ein bisschen Mut machen. Nicht jede
Geburt ist wie aus dem Bilderbuch – und kann sich trotzdem schön und sicher anfühlen

Nele Maleen

Nachdem wir den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielten, war uns sofort klar, dass wir die Kleine im Geburtshaus bekommen möchten, so wie unseren Sohn vor 2 Jahren. 

Der Tag des errechneten ET kam näher und wir wurden von Tag zu Tag immer aufgeregter. Nachdem ich nochmal bei meiner Frauenärztin war und sie mir mitteilte das der MU weich  und leicht geöffnet sei , war ich positiv gestimmt und motiviert für die Geburt.  Der nächste Tag und darauf der Tag waren mal wieder von Senkwehen begleitet. Am 2.12.20 war ich mit Johanna im Geburtshaus verabredet um ein CTG zu schreiben, doch auch da nur eine kleine Wehe, nichts Besonderes dachte ich, doch die Wehen hielten über den Tag an, immer mal wieder ein leichtes Ziehen, ich habe mir dabei nichts gedacht.

 Am Abend badete ich meinen Sohn noch, wo mir schon mein Mann helfen musste, die Wehen wurden intensiver und regelmäßiger.

 Es ging los!

Schnell noch unseren Sohn ins Bett gebracht und selber schnell ins Bett, in der Hoffnung noch ein bisschen zu schlafen. An Schlaf war jedoch nicht mehr zu denken, die ganze Nacht über Wehen, die immer intensiver und in kürzeren Abständen kamen.  Zwischen Badewanne und Bett hin und her gehopst und Wehen veratmet bis diese um 6 Uhr morgens alle 3 bis 4 min kamen und  für ca 90 sek. anhielten.  Mein Mann rief Johanna an, dass wir uns im Geburtshaus  treffen können.

 Mein Sohn war versorgt durch meine Mutter, die noch nachts zu uns kam.

Die 45-minütige Fahrt zum Geburtshaus war ein auf und ab und mir unendlich lang vorgekommen. Um 7:45 kamen wir endlich an.

Johanna empfing uns  entspannt und in einer schönen Atmosphäre.  Im Geburtszimmer die nächste Wehe veratmet, noch weitere  3 Wehen auf der Toilette.  Johanna untersuchte den MU, der bereits 7cm geöffnet war, motiviert ging ich in die Badewanne. Nach ca. 1h baden veratmete ich die immer intensiveren Wehen im Geburtszimmer und auf Toilette, in der Zwischenzeit platze auch die Fruchtblase. Wodurch die Wehen nochmal intensiver wurden. 

Lisa ist als zweite Hebamme bereits eingetroffen.

 Wie auch bei der ersten Geburt, ging es nicht wirklich voran: die kleine Maus wollte sich nicht so richtig ins Becken drehen. Nach Turnübungen, heftigen Wehen im Bett und Buscopan, spürte ich, dass es weiter ging. Der druck wurde nochmal erhöht und das Verlangen zu Pressen war da. Noch schnell in die tiefe Hocke gekrabbelt, die  nächste Wehe abgewartet, womit der Kopf auch schon geboren war. Nach einer kurzen Pause mit PA PA PA, um den Damm zu schonen, kam auch schon die nächste Wehe und unsere Tochter Nele Maleen war um 12: 45 geboren.

 Wir bekamen unsere kleine Nele direkt zum Kuscheln auf meine Brust. Nachdem die Plazenta ziemlich zeitnah kam und Lisa sie auf Vollständigkeit überprüfte, genossen wir unser Glück zu Dritt und kuschelten im Bett. Wir wurden noch liebevoll versorgt und stärkten uns mit Pizza. 

Die U1 haben Lisa und mein Mann erledigt. In der Zeit hat Johanna nach Geburtsverletzungen geguckt, die aber keine weitere Versorgung  brauchten. Ich duschte mich noch schnell ab und dann ging es um 15:15 Uhr nach Hause. Johanna und Lisa brachten uns zur Tür und verabschiedeten uns herzlich.

Wir bedanken uns bei dem gesamten Team, vor allem bei Johanna und Lisa, die uns bei beiden Geburten toll  und liebevoll begleitet haben. Wir haben uns jederzeit wohl und gut aufgehoben gefühlt.

 VIELEN DANK! IHR SEID KLASSE !

Glücksgefühle

 

 

Geburtsbericht 26. Januar 2021

Nachdem unsere inzwischen knapp dreijährige Tochter zwei Tage vor ihrem errechneten Termin im Geburtshaus geboren wurde, hatte ich keine Zweifel daran, dass es bei unserem Sohn ebenso sein würde. Noch dazu war solch ein schönes Datum ausgerechnet worden: 21.01.2021. Zu meinem Mann sagte ich: „Ach, er darf doch ruhig am 20., 21. oder 22. auf die Welt kommen.“ Schließlich saßen wir am Abend des 22. mit meinem runden Bauch auf dem Sofa und rätselten, wie wir uns von nun an die Zeit vertreiben sollten. Denn der Terminkalender war ab diesem Tag leer.

So sehr ich Zeit mit meinem Sohn im Bauch genoss – ich war froh, als ich am Abend des 25. die ersten Wehen spürte, die auch bei unserer Tochter die Geburt angekündigt hatten. Zudem zeigte sich eine Zeichnungsblutung. Der Funken Wehmut über das Ende der Schwangerschaft wurde überlagert von der Erleichterung, nicht weiter auf unbestimmte Zeit zu warten. Und von der Vorfreude, unseren Kleinen in die Arme schließen zu dürfen.

Da die Wehen zwar deutlich aber in circa 20-Minuten-Abständen kamen, beschloss ich, die Nacht über noch so viel wie möglich zu schlafen. Schließlich war bei unserer Tochter von diesen ersten Wehen bis zur Geburt noch fast ein ganzer Tag vergangen. Ich schlief gut, obwohl mich einige Wehen kurz weckten. Um 5 Uhr hielt ich es im Bett dann aber doch nicht mehr aus. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich besser schon mal duschen und frühstücken sollte. Beim zweiten Kind soll ja alles etwas schneller gehen. Mein Mann und meine Tochter kamen dazu und bereiteten sich gemeinsam auf den Tag vor. Nun zwickten die Wehen schon etwas mehr. Ich war überrascht, wie schnell die Wehen zugenommen hatten, dachte aber noch lange nicht an eine Fahrt ins Geburtshaus.

Mein Mann brachte unsere Tochter trotzdem recht flott gegen 8 Uhr zu meinen Eltern, wo sie die Zeit der Geburt verbringen sollte. Kaum waren die beiden aus dem Haus, setzten kräftige Wehen ein, die mich fast etwas übermannten. Ich veratmete sie im Bad und in der Küche und rief um 8:30 Uhr im Geburtshaus an. Lisa ging ans Telefon. Wir besprachen, dass mein Mann und ich sofort kommen würden, sobald er wieder zu Hause war. Und Lisa ließ schon mal die Badewanne ein, denn es war mein großer Wunsch, dass nach unserer Tochter auch unser Sohn im Wasser auf die Welt kommen soll.

Zum Glück hatte mein Mann geahnt, dass diese Geburt schnell verlaufen würde, und sich beeilt. Wir luden die Geburtstasche und mich ins Auto und brausten los Richtung Geburtshaus. Inzwischen hatte ich bereits Presswehen. Die Fahrt ging schnell, ich sprang um 9 Uhr aus dem Auto und ins Geburtshaus. Eine Wehe verarbeitete ich noch am Pfosten des Himmelbetts, dann durfte ich in die Wanne. Endlich war ich an dem Ort, wo ich unseren Sohn auf die Welt bringen wollte. Nachdem mein Mann das Auto geparkt hatte, kam er neben mich an den Badewannenrand. Lisa sah bereits die noch geschlossene Fruchtblase und versuchte, sie zu öffnen. Doch die Häute waren zu fest. Kurz darauf riss die Fruchtblase jedoch in einer Wehe und ein, zwei Wehen später tauchte der Kopf des Kleinen unter Wasser auf. Mit der nächsten Wehe wurde er geboren. Das war eine Viertelstunde nach unserer Ankunft hier. Sofort durfte unser Sohn auf meiner Brust liegen, zugedeckt mit einem nassen, warmen Handtuch. Welch wunderbaren Gefühl, den Kleinen endlich in den Armen zu halten!

Mein Mann und ich bewunderten das kleine, zarte Wesen mit den winzigen Händen und dem dunklen Haarflaum. Jedes Kind ist ein einzigartiges Wunder. In diesem Moment gab es nur uns drei und das Glück, ab jetzt eine Familie zu viert zu sein. Wir waren so stolz!

Nachdem die Plazenta 20 Minuten später geboren wurde, duschte ich mich mit Lisas Hilfe ab. Alex war als zweite Hebamme hinzugekommen, als der Kleine bereits auf meiner Brust lag, so schnell war alles gegangen. Erst wollte er noch gerne so lange im Bauch bleiben – und dann hatte er es doch ganz eilig.

Wir kuschelten uns zu dritt ins Himmelbett und genossen die ersten zauberhaften Momente unseres Sohnes bei uns. Er trank genüsslich an meiner Brust, linste schon mal vorsichtig in die Welt und war entspannt und munter. Mein Mann und ich bekamen Toast, Joghurt, Tee und Cola zum Frühstück. Die Hebammen umsorgten uns

wunderbar. Unser Sohn wurde gewogen und gemessen, angezogen und in den Maxi Cosi gelegt. Gestärkt und gut gerüstet wurden wir zum Auto geleitet, was mein Kreislauf überraschend gut mitmachte. Und schon waren wir auf dem Weg nach Hause. In das nächste Kapitel unseres Familienlebens – zu viert.

Wir haben das große Glück, dass unsere beiden Kinder im Geburtshaus auf die Welt kommen durften. Nichts habe ich mir für diese besonderen Ereignisse mehr gewünscht. Denn dort ist der Platz, der sich sicher und geborgen angefühlt hat, an dem ich bestens betreut wurde und den ich immer mit Glücksgefühlen in Erinnerung behalten werde.

Hope

Am Sonntag, den 21.02.2021 um 22:30 Uhr setzten bei mir die ersten Wellen zur Geburt unseres ersten Kindes Hope ein.

Um ca. 02:00 Uhr wollte ich wissen, ob dies tatsächlich der Start des Geburtsverlauf war und ging zu Hause in die Badewanne.

Die Wellen blieben regelmäßig, jedoch vergrößerten sich die Abstände ein wenig.

 

Eine Stunde später hatte ich das Bedürfnis die Hebamme des Geburtshauses anzurufen und Marisa nahm ab.

Da alles noch sehr entspannt war riet Sie mir solange zu Hause zu bleiben wie ich mich wohl fühle.

Dieser erste Rat tat gut und es vergingen wirklich noch gute 3 Stunden in der heimischen Badewanne.

 

Die Wellen kamen in kürzeren Abständen und in mir machte sich Aufbruchstimmung breit.

Wieder in Abstimmung mit Marisa machten wir uns gegen ca. 05:15 Uhr auf den Weg nach Bielefeld.

Nach der halbstündigen Autofahrt auf allen Vieren auf der Rücksitzbank, hatte ich Mühe unter den Wellen aus dem Auto ins Geburtshaus zu gehen und wäre am liebsten gerobbt.

Aber Marisas herzliche Begrüßung aus dem Fenster des Geburtshauses „Ach guck, das sieht doch schon gut aus!“ habe ich heute noch im Ohr und bereitet mir immer wieder ein dickes Grinsen :).

Sie kam uns zur Hilfe und gestützt von Marisa und meinem Mann war der Weg dann gemeistert.

 

Im Geburtshaus kamen wir in die schönste Atmosphäre, die wir uns nur hätten wünschen können.

In den Räumlichkeiten fühlte ich mich durch etliche Vorsorgetermine vom ersten Augenblick an sehr wohl.

Kerzenschein, Ruhe, Vertrautheit und Gemütlichkeit begrüßten uns.

Mein Mann startete meine Wunschplaylist auf Spotify und entzündete sogar meine mitgebrachte Duftkerze.

 

Von da an gaben mein Baby und ich uns voll dem Verlauf der Geburt hin….die mentale Unterstützung von meinem Mann und Marisa natürlich nicht zu verschweigen.

Mal an den Pfosten des Bettes geklammert, mal auf den Wickeltisch aufgestützt veratmete ich etliche Wellen tief in den Bauch.

Marisa war sehr feinfühlig und zurückhaltend im Hintergrund, was genau meiner Vorstellung einer ruhigen und selbstbestimmten Geburt entsprach.

Sie verpflegte meinen Mann mit Kaffee, lobte mich und untersuchte zwischendurch in aller Vorsicht und Zurückhaltung meinen Muttermund und immer wieder die Herztöne des Babys.

Ich fand es großartig, wie einfühlsam sie vorging und alle Handgriffe im Vorfeld schon fast flüsternd mit mir besprach.

War mein Mann auf der Toilette, übernahm sie sogar die Massage an meinem Steißbein und unteren Rücken.

 

Den Status des Muttermundes wollte ich explizit NICHT wissen, doch Marisa hatte auch hier genau das richtige Bauchgefühl und teilte mir mit, dass die Untersuchung einen sehr schönen Befund ergab.

Das war dann gegen 08:00 Uhr für uns der Startschuss für den Umzug in die riesige Eckbadewanne.

Ich wusste, dass dies eine willkommene Erleichterung für mich sein würde. Im Wasser fühlte ich mich pudelwohl und war bereit für den Endspurt.

Zum Ende hin gab es nochmal anspornende und lobende Worte von Marisa.

Da meine Fruchtblase noch komplett war, öffnete Marisa diese in der Wanne, wovon ich allerdings nichts gemerkt habe.

Dann (gegen 9:00 Uhr) kam auch die zweite Hebamme Lisa dazu.

Es vergingen nur noch ca. 20 min, bis unsere Hope dann um 09:20 Uhr auf die Welt schwamm.

Ich war im Vierfüßlerstand in der Badwanne und Marisa gab mir unsere Tochter durch die Beine nach vorne an.

Auch hier war sie sehr erfinderisch und total rücksichtsvoll, da meine Stellung in der Wanne ihr glaube ich nicht den optimalen Zugang zu unserer Tochter erlaubte 🙂

 

Zunächst nahm ich Hope auf die Brust und bestaunte dieses perfekte Wesen, ein unbeschreiblicher und tränenreicher Augenblick.

Nachdem die Nabelschnur auspulsierte durchtrennte mein Mann sie und legte sich mit nacktem Oberkörper aufs Bett und kuschelte dort mit unserer Tochter.

In der Zwischenzeit brachten wir in der Wanne noch die Plazenta auf die Welt, machten mich frisch und dann kuschelte auch ich mich dazu.

 

Der super Service ging weiter.

Nach einer ganzen Zeit des Kuschelns wurde die U1 auf meinem Bauch gemacht, wir bekamen Frühstück ans Bett und konnten einfach in aller Ruhe ankommen als Familie.

Auch ich wurde nach der Geburt in aller Ruhe von beiden Hebammen untersucht und versorgt.

So vergingen gute 4,5-5 Stunden bis wir um ca. 14:00 Uhr die Heimreise antraten.

 

Wir können echt nur von dieser Geburt und der schönen Begleitung schwärmen und würden dort jederzeit ein weiteres Kind zur Welt bringen wollen.

 

Ein riesiges Dankeschön an das ganze Team, dass wir diese tolle Erfahrung machen durften.

 

 

Herzliche Grüße

 

Meike & Hope

 

 

 

Anmerkung vom Vater:

 

ES WAR DER HAMMER! Absolut richtige Entscheidung bei Euch dieses kleine Wunder zur Welt zu bringen!

Danke Marisa für die etlichen Tassen Kaffee damit ich auch nichts verschlafen habe :-)!!!

Ihr beiden, Marisa und Lisa, wart als Hebammen einfach super!

 

 

Liebe Grüße