ARTHUR

Es war mein erstes Kind, bereits in der gesamten Schwangerschaft habe ich mich rundum wohl und behütet im Geburtshaus gefühlt. Danke, dass es diesen tollen Ort gibt!

Am 22.11.2021 ging ich abends noch ganz normal ins Bett, ich hatte keinerlei Vorahnung, dass es bald losgehen könnte. Ich hatte überhaupt keine Beschwerden und dachte, dass mein Baby sich noch ordentlich Zeit lassen würde, da mein ET auch erst der 07.12. war.

Um circa 03:30 Uhr wachte ich auch (erstmal nicht verwunderlich, da ich ungefähr 10 mal nachts auf die Toilette ging) und hatte leichte Rückenschmerzen. Nicht schlimm aber doch so, dass ich nicht wieder einschlafen konnte.

Ein wenig genervt darüber, stand ich um 4 Uhr auf und ging ins Wohnzimmer runter. Dort aß ich erstmal ein Brot und verbrachte meine Zeit auf meinem Gymnastikball, ich bemerkte dass ich ein leichtes Ziehen im Rücken alle 8 Minuten spürte. Ob die Geburt losging, da war ich mir allerdings trotzdem noch nicht sicher (und das obwohl ich selber Hebamme bin! ?), da es wirklich nur minimal unangenehm war.

Um 5:30 stand ich auf, als mir meine Fruchtblase platzte und mir das Fruchtwasser nur so die Beine runterlief. Jetzt war ich mir sicher und da die leichten Wehen jetzt alle 6 Minuten spürbar waren, ließ ich mir die Badewanne voll laufen. Ich überlegte, ob ich meinen Partner wecken sollte, entschied aber ihn schlafen zu lassen weil sich das ja sicherlich noch bis in die nächste Nacht ziehen würde und ich wollte, dass er ausgeschlafen ist.

Um 6 Uhr ging ich in die Badewanne und fühlte mich sehr wohl. Meine leichten Wehen wurden etwas rückläufig und ich konnte super gut entspannen. Kerzenlicht brannte und Musik lief und so verweilte ich bis 07:30, als mein Freund aufstand und ganz verwirrt war, was ich da in der Badewanne mache.

Meine Wehen kamen alle 7 Minuten, ich musste nach wie vor weder pusten noch tönen und ich stieg aus der Wanne aus, um nochmal etwas zu schlafen. Das war dann allerdings doch nicht mehr möglich, da es außerhalb des Wasser dann deutlich unangenehmer wurde.

8 Uhr rief ich mit regelmäßigen 5-minütigen Wehen im Geburtshaus an, Hebamme Alex meldete sich und wir vereinbarten, dass ich noch zuhause blieb und mich wieder melde, wenn es schmerzhaft würde, ich Unterstützung benötige oder spätestens nachmittags 17 Uhr zur Kontrolle im Geburtshaus.

Vor meinem inneren Auge, sah ich mich auch auf jeden Fall heute Abend noch zugange ?

Ich ging gegen 9 Uhr wieder in die Badewanne und veratmete so langsam meine Wehen, ohne dass es aber schmerzhaft war.

Erst 10:30 wurde ich von einer sehr starken Wehen überrollt, sie sich plötzlich so ganz anders anfühlte und mein Freund bestand drauf, dass ich nochmal im Geburtshaus anrief. Ab da kamen meinen Wehen alle 2 Minuten und ich besprach mit Alex am Telefon, dass sie in 1h zu mir nach Hause kam, um mich zu untersuchen und wir dann entscheiden, ob es schon Zeit ist ins Geburtshaus zu fahren.

11:45 war Alex bei mir, ich vertönte meine Wehen im Stehen und lief in der Wohnung auf und ab. Als sie mich untersuchte, war mein Muttermund 4-5cm geöffnet und ich war sehr motiviert, dass es so gut voran ging. Ich war voller Vorfreude auf die weitere Geburt und mein Baby.

Alex blieb bei mir und wollte noch ein Stündchen mit mir zuhause abwarten, ehe wir den Ort wechselten. Ich ging wieder in die Badewanne und 12:30 Uhr überkam mich ein starker Drang zu pressen. Ich war total überrascht und als Alex mich wieder untersuchte, war ich bei 9cm und sie schlug vor, dass ich den Kleinen bei uns zuhause zur Welt bringe, da das Köpfchen wirklich schon ordentlich drückte.

In dem Moment, war das für mich keine Option – da ich in meinen Vorstellungen immer im Geburtshaus war – deswegen sprang ich aus der Wanne, zog mich an und 12:45 Uhr saßen wir im Auto und düsten ins Geburtshaus. Zum Glück war nicht viel los auf den Straßen, die Autofahrt kam mir EWIG vor und ich hatte Mühe, noch nicht zu pressen sondern weiter zu atmen um das Baby nicht tiefer zu schieben.

13 Uhr Ankunft im Geburtshaus. Hebamme Marisa war bereits da und hatte Wasser in die Badewanne eingeladen, da ich mir eine Wassergeburt wünschte.

Ich wurde nochmal untersucht, mein Muttermund war vollständig geöffnet und so kniete ich mich dann in die Badewanne und schiebte 3 oder 4 mal mit, dann tauchte unser Sohn Arthur Badewasser auf!

13:18 war er bereits da! Er war wunderschön, so unendlich süß und wir waren wahnsinnig überwältigt, wie schnell das alles ging.

Wir blieben noch bis 16:30 im Geburtshaus, kuschelten, wurden mit Suppe versorgt und ich war so fit auf den Beinen und habe mich zu jeder Sekunde gut gefühlt.

Ich hatte keine Geburtsverletzungen, die genäht werden mussten und so waren wir um 17 Uhr als frisch gebackene Familie wieder zuhause und konnten uns einleben.

Vielen Dank für alles, ich erinnere mich jeden Tag unfassbar gerne an Arthurs tolle Geburt zurück! ??

Emma Malies

Emma Malies

Ich war nun also in der 40. ssw, WOW! Naja, nachdem meine Schwangerschaft echt super problemlos verlief und ich bis zum Schluss ziemlich fit war, hatte ich dann doch seit zwei Wochen keinen Bock mehr. Ich fühlte mich nur noch schwerfällig, war dauermüde und dazu kam noch, dass doch alles aus dem Vorbereitungskurs bereits ihre kleinen Mäuse in den Armen hielten. Ich wollte also auch einfach endlich dran sein! Ich war so gespannt auf die Geburt und natürlich auf unser Kind. Ich muss sagen, mir hat das Thema Geburt nie Angst gemacht. Im Gegenteil, ich fand es immer schon faszinierend. Und jetzt durfte ich das auch noch selbst erleben! Mega! Trotzdem war natürlich Aufregung und auch großer Respekt davor da.

ET wäre Freitag der 26.1.22 gewesen und genau eine Woche vorher löste sich dann mein Schleimpropf. Juhu, endlich tat sich also was. Auch Samstag löste sich dann noch immer weiter Schleim ab und ich wartete ungeduldig (ich wusste ja es könnte auch trotzdem noch dauern). Aber am Abend hatte ich dann die ersten leichten Wehen, die allerdings nach einem warmen Bad wieder verschwanden. Ok, weiter warten. Der Sonntag verlief dann ganz ruhig. Aber als ich dann gerade schlafen gehen wollte, merkte ich doch wieder ein komisches Ziehen im Rücken „Hm, bestimmt wie gestern, geh ich einfach trotzdem schlafen“, war so mein Gedanke. Ich schlief auch kurz ein, wachte dann aber um halb zwölf von den Schmerzen auf und ging ins Wohnzimmer, um meinem Mann zu sagen, dass es wohl doch losging. „Oh ne, ich wollt doch gerade ins Bett“, ja Schatz ich hätte es auch lieber erst morgen früh gehabt 😀 naja, die nächsten Stunden hatte ich immer wieder in 5-10 minütlichen Abstand Wehen, die ich aber noch gut veratmen konnte. Da meine Wehen aber ausschließlich im Rücken waren und doch ja schon relativ knackig hintereinander kamen, rief ich gegen frühen Morgen im GH an. Da war Johanna am Telefon und sagte mir ich solle ruhig noch warten, bis die Wehen auch eine Minute gingen. Puh, ok, fühlte sich doch eig schon heftig genug an. Naja, ich hielt es weitere vier Stunden aus, bis wir gegen Mittag nochmal anriefen. Jetzt hatte Alex übernommen. Sie kam dann mit einer Hebammenschülerin bei uns vorbei, um zu schauen wie weit ich war. Das war so erleichternd, da man beim ersten Mal doch wirklich keine Ahnung hat! Alex hat mich mit ihrer ruhigen Art so beruhigt und mir gesagt, dass alles so ist wie es sein soll und die kleine Maus wohl heute Abend oder spätestens heute Nacht kommen würde. Ahja, heute Nacht ? Sie lies mir ein Buscopanzäpfchen da und riet mir mich nochmal entspannt zu baden und so gut es geht auszuruhen und zu schlafen. Außerdem sollte ich mich möglichst oft nach vorne lehnen, damit sich mein MuMu nach vorne schob. Das Baden ging noch ganz gut, aber am schlafen war nicht mehr zu denken. Ich hatte solche Schmerzen im Rücken, dass Liegen eine Qual war und ich mich nur noch an dem (bis heute nie genutzten) Beistellbett festhielt. Mittlerweile vertönte ich auch schon ziemlich laut. Immer wieder legte ich mich auf den Gymnastikball und vertönte was das Zeug hielt. Langsam wurde es mir dann in unserem Mehrfamilienhaus zu unangenehm und Kevin rief erneut bei Alex an. Wir verabredeten uns für 16 Uhr. „Was noch eine Stunde ?!!“ irgendwie schaffte ich es und war froh, als wir endlich im Auto waren. Dank Feierabendverkehr dauert die fünf Minuten fahrt dann 20, klasse.

Als wir im GH ankamen, wusste ich aber sofort wieder wieso ich mein Kind unbedingt hier gebären wollte. Überall waren Kerzen an, es duftete gut, die Räume und Menschen waren alle vertraut. Ich war plötzlich wieder viel leiser und viel entspannter. Alex und  die Hebammenschülerin Amelie kümmerten sich direkt so liebevoll um mich. Während jeder Wehe bekam ich eine kleine Massage und dazwischen ein Wärmekissen auf den Rücken gelegt. Mein Mann wurde mit Snacks versorgt. So vergingen einige Wehen, dann sollte ich mit auf Toilette um drei Wehen zu schaffen. Alter, das war furchtbar! Die Atmosphäre war aber auch dort einfach toll. Das Licht war aus. Es brannten ein paar Kerzen, der Hahn tröpfelte leise und ich durfte mich an Alex Händen festhalten. Danach untersuchte Alex mich nochmal. Auch hier versicherte sie mir wieder, dass alles genau so verläuft wie es sein soll. Ihr Vorschlag: spazieren gehen, Berg rauf, Berg runter, am besten eine Stunde. Ich war motiviert, wollte schließlich endlich, dass ich mein Baby in den Armen halten kann! Es war definitiv der schlimmsten Spaziergang meines Lebens. Ich krallte mich alle paar Sekunden an meinem Mann fest, weil ich sonst vor Schmerz zu Boden gegangen wäre, was bei Minusgraden nicht so schön gewesen wäre. Irgendwie schafften wir es einmal bis nach oben und wieder runter. Nur ein Mann auf dem Fahrrad fragte kurz ob wir Hilfe bräuchten, gut der Rest dort kannte das Szenario vermutlich schon. Nach einer Stunden kamen wir wieder rein und ich sagte Alex, dass ich einen unglaublich Druck auf dem Steißbein hatte. Darüber freute sie sich, was ich als positiv deutete. Ich wechselte dann in den Vierfüßler und Alex drückte von hinten gegen mein Gesäß . Ich hab dabei krass gemerkt, dass sich etwas (ihr Kopf offensichtlich) in mein Becken schiebt. Mein Mann hielt mich von vorne fest und Amelie reichte mir immer wieder Wasser zum trinken an. Mein Gott, was die beiden da auch geleistet haben! Auf einmal meinte Alex dann ich solle doch meine Hose ausziehen. Ich war so verblüfft. Sie lachte nur und fragte mich, ob ich denn mein Kind in meiner Unterhose kriegen will. Ich konnte einfach nicht glauben, dass es jetzt endlich losgehen sollte. Zumal ja auch meine Fruchtblase noch nicht geplatzt war. Dazu sagte Alex nur ich solle mitkommen. Oh nein, wieder zur Toilette. „Drei Wehen, du schaffst das!“. Ok die erste Wehe, ah unangenehm, die zweite Wehe BUM Zack endlich war diese Fruchtblase geplatzt und wie laut das war, meine Güte 😀 Alex freute sich tierisch und auch ich war erleichtert. Dann änderte sich irgendwie alles. Plötzlich fühlten sich die Wehen ganz anders an, ich musste einfach pressen, alles drückte, das war ein komplett anderes Gefühl. Das hätte ich mir niemals so vorstellen können.  Alex wusste, dass ich in der Hocke gebären wollte. Nach ein paar Wehen war ich aber doch für das ständige rauf und runter trotz Unterstützung von meinem Mann einfach schon zu kaputt, dass Alex wieder den Vierfüßler vorschlug. So lag ich den Kopf auf dem Schoß meines Mannes vorm Bett gekniet und hatte endlich das Gefühl richtig mitmachen zu können. Mit jeder Wehe schob ich also kräftig mit und wurde auch von Wehe zu Wehe mutiger und stärker. Mariesa kam dazu und alle drei motivierten mich und versicherten mir, das sich ganz viel tun würde. Ich war einfach nur fertig und dachte zwischenzeitlich mein Pressen würde gar nix bewirken. Aber durch diese ruhige und sichere Art der Hebammen, wusste ich alles ist gut und konnte noch einmal alle meine Kräfte sammeln. Da war er dann plötzlich der Moment, als ich den Kopf meiner Tochter gebar. Das werd ich wohl nie vergessen, ein brennen, ein ganz seltsames Gefühl und plopp, ist er da. Sorry, dass muss man selbst erleben 😀  kurz darauf (um 20:43 Uhr) kam dann problemlos der Körper hinterher und ich starrte meine kleine Maus einfach erstmal an, wie sie dort vor mir lag. Kein Weinen, sie war ganz entspannt und völlig rosig. Mir kam es vor wie ein kurzer Moment bis ich sie hochnahm, aber laut Bericht waren es sogar ein paar Minuten… das ist wohl der Moment, wenn deine Welt tatsächlich still steht. Wir kuschelten direkt, meine Plazenta kam mit etwas Hilfe und dann trank die Maus auch schon das erste mal. Auch das war pure Magie. Alex nähte mich  irgendwann zwischendurch, davon bekam ich aber kaum was mit. Dank ihrer Maßnahmen unter der Pressphase (warme Kompresse waren es, glaube ich ) waren auch nur zwei Stiche nötig.

Nach einer Dusche und einer leckeren Pizza (plus Cola und Süßigkeiten, endlich war die Louwen Diät ja vorbei !) ging es dann nach Hause und seitdem war kein Tag mehr wie der andere. Das Leben steht Kopf, du veränderst dich, ihr verändert euch und es könnte für mich nichts schöneres geben. Dank der fürsorglichen Nachbetreuung durch Edith haben wir auch die für mich echt harte Zeit des Wochenbetts gut überstanden.

Ich bin unendlich dankbar, dass meine erste Geburt so ein unfassbar positives Erlebnis war. Das Geburtshaus war und ist für mich der perfekte Ort sein Kind zu bekommen. Alles und jede*r dort strahlt Ruhe, Sicherheit und Natürlichkeit aus. Danke euch!

Von Karina, Kevin und Emma

Gregor 01.12.21

Vorab ein riesen Dankeschön an alle Hebammen und das gesamte Team des Geburtshauses Bielefeld! Ihr seid einfach toll!

Ich durfte bereits meine Tochter Daria im Oktober 2015 und meinen Sohn Robert im September 2018 im Geburtshaus Bielefeld zur Welt bringen. Jede Schwangerschaft und vor allem Geburt war für sich einzigartig und schön.

Mein Mann und ich entschieden uns für ein weiteres Kind. Im März 2021 habe ich erneut positiv testen dürfen und habe mich umgehend um einen Platz im Geburtshaus gekümmert. Dies hat auch geklappt und ich konnte mit einer Sorge weniger die aufregende Zeit der Schwangerschaft antreten.

Mein ET war der 02.12.21. Da meine beiden Kinder jeweils in der 38 SSW und einmal in der 39 SSW zur Welt kamen, war ich der festen Überzeugung, auch diesmal weit vor ET und vor allem im November zu entbinden. Und so neigte sich der November dem Ende zu und es tat sich nichts…

Am Donnerstag den 25.11.21, bei SSW 39+0 angelangt, bat ich Edith darum mich zu akupunktieren. In der Hoffnung das Baby Mal einwenig anzustupsen. Es tat sich nichts und so verabredeten wir uns für Montag den 29.11.21 für eine weitere Akupunktur und diesmal auch mit der Akupunktur der kleinen Zehen. Das sollte sich positiv auf den Muttermund auswirken.

Am Dienstag Abend den 30.11.21 auf dem Sofa sitzend, bemerkt ich ein ziehen im Unterleib. Ich fing an, das Ziehen im Unterleib zu tracken und stellte fest, dass es regelmäßig in etwa 10 Minuten Abständen kam.
Ich konnte jedoch trotzdem gegen 23 Uhr zu Bett gehen und habe auch gut schlafen können.

Als ich Mittwoch morgens, den 01.12.21, um 7 Uhr wach wurde, spürte ich kurze Zeit später wieder das Ziehen im Unterleib. Ich fing wieder mit dem Aufzeichnen an. Die Abstände hatten sich verkürzt auf etwa 5 – 6 Minuten. Jetzt glaubte ich so langsam, dass es wohl leichte Wehen sind. Sie waren aber nicht wirklich schmerzhaft, von daher machte ich alles wie bisher und schrieb die Wehen weiter auf.

Gegen 12:30 h sagte ich meinem Mann Bescheid, dass ich Wehen habe und wir später sehr wahrscheinlich ins Geburtshaus fahre müssten. Er rief darauf hin seine Eltern an und bat darum unsere beiden großen aus der Kita abzuholen und bei sich zu behalten bis wir uns melden.

Gegen 14 Uhr wurden die Wehen etwas kräftiger, so das ich in der Wehe etwas innehalten musste. Die Wehen waren aber immer noch gut auszuhalten.
Ich ging mich noch ausgiebig duschen und zog mir frische und bequeme Sachen für die Geburt an.
Um 15 Uhr wählte ich schließlich die Nummer der Rufbereitschaft und erreichte Alexandra. Sie begrüßte mich freundlich, ich schilderte ihr meine Situation mit den gut auszuhaltenden Wehen.
Wir verabredete uns in etwa einer Stunde im Geburtshaus, damit sie mich untersuchen konnte, um festzustellen, ob die Wehen wirklich Muttermundwirksam sind.

In der Zwischenzeit wärmte ich die Käsesuppe vom Vortag auf und mein Mann und ich aßen gemeinsam zu Mittag. So gestärkt machten wir uns mit Sack und Pack auf den Weg ins Geburtshaus.
Um 16 Uhr waren wir angekommen, wir wurden von Alexandra ins Geburtszimmer geleitet. Es war alles vollkommen ruhig und entspannt. Es war niemand sonst im Geburtshaus anwesend. Es war herrlich!
Sie untersuchte mich, sagte dass die Fruchtblase ziemlich prall sei und das Köpfchen ordentlich nach unten drücke. Es könne aber noch etwas dauern. Zudem sei das Baby sich noch am drehen von rechts nach links. Idealerweise liegt es aber mit dem Rücken nach vorne, sonst kommt es als Sternengucker raus. Aber auch das sollte für mich kein Problem werden, wenn es in der Position verbleibt.
Sie schlug meinem Mann und mir vor, etwa für eine Stunde spazieren zu gehen. In den Wehen sollte ich mich nach vorne bücken. So sollte sich das Baby richtig in Position legen, mit dem Rücken nach vorne.

So machten wir uns um ca. 16:20 rauf auf den Johannisberg.
Die Wehen wurden jedoch schlagartig stärker und ich drückte bei jeder Wehe mit meinen Händen gegen mein Steißbein um einen Gegendruck zu erzeugen. Nach nicht Mal 30 Minuten wollte ich so langsam zurück, weil der Druck der Fruchtblase enorm war und ich auf Toilette wollte.
Mein Mann zog um 16:48 h noch schnell ein Parkticket und kurz darauf kam die nächste starke Wehe, bei der ich kräftig mitdrückte. Dies brachte die Fruchtblase endgültig zum platzen und ich war komplett nass ( gut das wenig Leute unterwegs waren und es war schon dunkel). Der große Druck war erstmal weg und ich erleichtert.

Wir gingen zügig zurück, mein Mann rief bei Alexandra an, sagte ihr meine Fruchtblase sei geplatzt und ich wünschte mir ein Bad.
Die nächste Wehe kam und ich spürte wie das Köpfchen bereits raus wollte. Oh Schreck, ich befürchtete, es nicht mehr ins Geburtshaus zu schaffen.
Johanna war gerade mit ihren Hunden spazieren und kam im gleichen Moment zurück wie wir. Sie schloss uns schnell die Tür auf und ich versuchte mich irgendwie zusammen zu reißen, um das Baby nicht im Flur zu gebären.
Johanna feuerte mich an und sagte, dass ich es noch bis ins Geburtszimmer schaffe.
Ich sammelte meine Kräfte, fing im gehen an, meine klatschnasse Hose runterzuziehen. Alexandra und mein Mann kamen zu Hilfe und zogen mich weiter aus.
Ich hockte mich schnell tief vor das Bett und fing an mitzuschieben. Möglichst vorsichtig, ich sollte laut Alexandra“ Pa, Pa, Pa“ machen, damit das Köpfchen nicht zu schnell kommt.

Und da war das Köpfchen auch schon da. Ich schob noch einmal mit und unser wunderbarer Sohn Gregor war um 17:06 h, mit einem Gewicht von 3860 g, 53 cm Körpergröße und 35,5 cm Kopfumfang geboren.
Ich zog mir schnell Pulli und BH aus und nahm Gregor auf die Brust. Er weinte noch etwas, aber beruhigte sich schnell beim kuscheln.

Es ging dann mit der Geburt doch schneller als gedacht.
Alexandra sagte, bei Ankunft im Geburtshaus war mein Muttermund bei etwa 4 cm. Daher ging sie davon aus, dass es noch etwas dauern wird mit der Geburt.

Nach der Geburt haben wir ganz viel gekuschelt und ich habe meinen Sohn auch direkt zum Stillen angelegt. Etwas später wurde dann auch die Plazenta geboren. Während bei Gregor die U1 gemacht wurde, hat Alexandra sich um meine kleine Verletzung gekümmert. Die Naht von der vorherigen Geburt hatte sich wieder gelöst und wurde mit zwei Stichen genäht.

Anschließend konnten wir alle zusammen weiter kuscheln. Die Hebammen haben uns Tee, Kaffee, Kekse und Schokoriegel zur Stärkung gebracht und wir haben uns gut erholt.

Nachdem ich mich geduscht hatte und sowohl unser Sohn als auch ich frisch angezogen waren, fuhren wir gegen 20:30 h nach Hause.

Mein Mann holte noch die beiden Geschwisterkinder ab und dann durften auch sie das neue Familienmitglied kennenlernen.

Es wahr in allem eine wunderschöne Geburt und ich wünsche jedem eine so tolle Erfahrung im Geburtshaus!

Ich verabschiede mich nun mit einer gewissen Traurigkeit, denn es ist wahrscheinlich meine letzte Schwangerschaft und Geburt gewesen. Umso glücklicher bin ich, alle meine Kinder in einer so wunderschönen Umgebung, mit so wundervollen Menschen bekommen zu haben!

Vielen herzlichen Dank und schön das es euch gibt!

Margarita und Familie

Jonte

Nachdem die Geburt unseres ersten Sohnes ein absoluter Krankenhausalptraum gewesen war, stand für uns fest: Die zweite Geburt muss unbedingt anders werden. Mein Bedürfnis dabei war, so weit wie möglich weg von Kliniken und Ärzten zu entbinden. Deshalb meldete ich mich früh im Geburtshaus. Im Laufe der Schwangerschaft bei den Vorsorgeuntersuchungen mit den verschiedenen Hebammen wurde sowohl für mich als auch für meinen Mann immer deutlicher: Dieser Ort ist ein guter Ort für uns. Die Hebammen nahmen sich alle viel Zeit für uns und unsere Geschichte und signalisierten uns – jede auf ihre eigen Art – dass wir im Geburtshaus in jedem Fall eine andere Erfahrung machen würden. Mit der Zeit entstand ein unglaublich sehnlicher Wunsch, hier, in diesem schönen Raum mit dem großen Himmelbett, begleitet von diesen tollen Hebammen, unser zweites Kind zur Welt zu bringen.

Vorher wurde ich jedoch noch auf eine Zerreißprobe gestellt: Das Baby wollte einfach nicht kommen. Eine Woche nach dem errechneten Termin wurden meine Nerven dünn, ab dem neunten Tag weinte ich jede Nacht bitterlich vor Enttäuschung und Verzweiflung, denn ich wusste genau: Das Geburtshaus darf mich nur 14 Tage über den Termin begleiten, danach muss ich in die Klinik zur Einleitung – mein Alptraumszenario. Ich probierte sämtliche Hausmittel aus, aber es tat sich nichts. Gott sei Dank stärkten mich die Hebammen bei den eng getakteten Kontrollterminen sehr und gaben mir das Vertrauen, dass es meinem Baby gut geht. Den Nachmittag des 12. Tages verbrachten wir mit engen Freunden im Kindertrubel, aßen selbstgebackene Zimtschnecken und bestellten uns abends ungesundes Essen. Vielleicht war das die Entspannung, die ich gebraucht hatte, denn in der Nacht bekam ich endlich, endlich Wehen.

Um halb 6 morgens am 13. Tag rief ich die Rufbereitschaft an und hatte eine verschlafene Edith am Telefon. Wir organisierten einen Babysitter für den Großen und machten uns gegen 7 Uhr auf den Weg. Ich war so glücklich, mit Geburtswehen in das schöne Himmelbettzimmer zurückzukommen! Bald schon holte Edith Alex dazu und außerdem die Hebammenschülerin Clara, sodass gleich drei Frauen an unserer Seite waren. Die Geburt geschah dann von ganz alleine, es war im Grunde überhaupt kein Eingreifen nötig. Und doch waren die drei Hebammen ganz nah bei mir, hatten mich immer im Blick, kontrollierten ganz regelmäßig die Herztöne des Babys, stärkten mich mit freundlichen Worten, motivierten mich sanft zu Positionswechseln, gaben mir Gegendruck, versorgten uns mit Getränken. Ich konnte ganz bewusst spüren, wie sich die Wehen veränderten, wie die Fruchtblase platzte, wie sich das Baby durch den Geburtskanal schob. Und ich erinnere mich an so viele kleine Momente, die mir unglaublich gut getan haben: Als ich eine ganze Zeit lang in der Seitlage verbrachte, hielt Clara mit stoischer Ruhe und Ausdauer meine Beine fest. Als ich nach einer intensiven Wehe anfing zu weinen, weil mich die Erinnerungen an die letzte Geburt einholten, hockte Edith sich neben mich, fragte mich ganz sanft, was mir durch den Kopf gehe und suchte mit uns nach Ideen zur Ablenkung. Als ich kaum noch konnte, gab sie mir Rückmeldung dazu, wie viel bei der letzten Wehe passiert sei oder sagte sie mir „Du bist so viel stärker als du denkst“. Und als ich – gehalten von meinem Mann – in der tiefen Hocke saß und das Köpfchen unseres Sohnes herauskam, hielt Alex uns strahlend vor Freude einen Spiegel hin, sodass wir alles selbst sehen konnten. Ein unglaublicher Augenblick.

Jonte kam um 10:51 Uhr zur Welt, an einem spätsommerlichen Augustsamstag. Dem 13. Tag nach dem errechneten Termin. Natürlich war die Geburt furchtbar schmerzhaft und zwischendurch dachte ich auch immer wieder, dass ich es nicht schaffe. Aber schon eine Minute nachdem Jonte da war, wurde sie zu einer wunderschönen Erinnerung. Und das ist sie bis heute. Auch die Stunden danach –

die Nachgeburt, das Kuscheln, das Nähen, das Frühstück, das Kreislaufaufpäppeln und der Abschied – sind mir in so guter Erinnerung geblieben. Ich bin unendlich dankbar für die ruhige, friedliche, herzliche und gleichzeitig professionelle Atmosphäre, die die drei Hebammen geschaffen haben. Ich habe mich in jeder Sekunde absolut sicher und liebevoll behandelt gefühlt. Noch lange Zeit danach war ich regelrecht beseelt und die schöne Erinnerung hat mich durch die Höhen und Tiefen des Wochenbetts getragen.

Jontes Geburt hat nicht nur meinen sehnlichen Wunsch erfüllt, sondern wirklich übertroffen. Tausend Dank dafür, von Herzen.