Alles fing irgendwie damit an , dass mein Mann mir Anfang März sagte, dass er am ersten Wochenende im Mai unserem Schwager helfen wollte, seine Küche in Brandenburg aufzubauen. Ich hielt inne und rechnete nach. Es wäre in der SSW 37+1 Ich meinte:“ Ich darf da schon im Geburtshaus entbinden wenn die Geburt losgehen sollte.“ Daran hatte er gar nicht gedacht. Für ihn stellte sich eher die Frage ob es mir mit unseren drei Jungs und hochschwanger zu anstrengend werden würde wenn er für zwei Tage unterwegs wäre. Wir einigten uns darauf, dass wir es erstmal auf uns zukommen lassen würden und wenn ich dann kurz vorher ein schlechtes Gefühl dabei hätte oder es mir nicht gut gehen sollte, dann würde er nicht fahren. Nun ja, eigentlich rechnete ich wirklich nicht damit dass unsere Tochter fast drei Wochen früher kommen würde. Unsere Jungs kamen zwar alle 2-5 Tage vor ET aber früher rechnete ich auch nicht mit dieser Geburt. Ich durfte alle Jungs im Geburtshaus entbinden, wofür wir sehr dankbar sind. Bei der Geburt unseres ersten Sohnes hatten wir eine Doppelbelegung. Sabine betreute schon eine Geburt und sagte dass Meike mich begleiten würde. Ich konnte also nicht in das große Geburtszimmer. Aber das war für mich auch nicht weiter schlimm. Ich hatte keinen großen Wunsch in die Badewanne zu gehen. Meike betreute uns großartig und wir fühlten uns sehr gut aufgehoben. Bei der Geburt unseres zweiten Sohnes ging alles wesentlich schneller und auch dort fühlten wir uns bei Edith super gut aufgehoben. Ich weiß noch wie verwirrt meine Schwester da stand, als wir wieder nach Hause kamen. Sie hatte auf unseren Großen aufgepasst und dachte wir wurden aus dem Geburtshaus wieder nach Hause geschickt weil es bis zur Geburt noch etwas dauern würde. Da legte ich ihr unseren neugeborenen Sohn in die Arme. 🙂 Unser Dritter hatte es ganz eilig und ich freute mich als Edith sich am Telefon meldete. Sie empfing uns nach einer Fahrt mit intensiven Wehen im Geburtshaus und fragte ob ich in die Wanne möchte. Ich bejahte und sie ließ die Badewanne ein. Aber im nächsten Moment rief ich schon, dass der Kleine jetzt kommt. Mit der Wanne wurde es nichts. Nach acht Minuten im Geburtshaus erblickte unser Sohn das Licht der Welt! Und jetzt erwarteten wir unser Mädchen! Die Jungs wünschten sich alle eine Schwester und konnten es schon langsam nicht mehr abwarten bis sie endlich da sein würde! Es beschäftigte mich immer wieder dass mein Mann an dem besagten Wochenende im Mai so weit weg sein würde. Ich beruhigte mich immer wieder und sagte, dass es nur eine Kopfsache ist. Ich rechnete nicht wirklich damit dass sie soviel früher kommen wird. Aber ich brauchte einen Plan B. Ich hatte ja schon die Erfahrung gemacht, dass die zweite und dritte Geburt ziemlich schnell waren und wollte es nicht riskieren alleine dazustehen falls unsere Tochter sich dennoch an dem Wochenende ankündigen sollte. Also sprach ich mit zwei Freundinnen die bereit wären mich zu begleiten falls es tatsächlich so eintreffen sollte und mein Mann es nicht rechtzeitig zur Geburt schaffen sollte. Am Dienstag vor dem besagten Wochenende hatte ich meinen Termin im Geburtshaus zur Kontrolle und lernte Ina zum ersten Mal kennen. Sie fragte ob wir uns fürs Wochenende verabreden wollen um mein Baby zu bekommen. „Ne,“ meinte ich. „Ich möchte noch ein paar Dinge erledigen und mein Mann ist an dem Wochenende noch unterwegs. Dieses Wochenende geht nicht aber die Woche darauf könnten wir uns verabreden.“ Mein Mann fuhr also am Freitag nach Brandenburg. 300 km weit weg. Ich war ganz ruhig und entspannt. Am Abend erinnerte ich meine Freundinnen dennoch daran dass sie ihre Handys laut lassen sollten falls ich eine von ihnen anrufen sollte. Aber es würde mit Sicherheit alles ruhig bleiben. Ich wollte noch die Babyschale fertig machen. Ich hatte den Bezug nach dem letzten Waschen noch nicht wieder drüber gezogen. Ich überlegte kurz ob ich den nochmal in die Waschmaschine schmeißen sollte. Damit er wirklich ganz frisch ist. Nein, entschied ich. Nicht dass es tatsächlich in der Nacht losgeht und der dann nass ist. Also zog ich ihn über die Babyschale. Ich schlief die Nacht komplett durch und war wirklich ausgeschlafen. Gegen sieben wurde ich wach und musste zur Toilette. Ich setzte mich auf die Bettkante und stand auf. Irgendwas schwappte in meinen Slip. Ich ging zur Toilette und dachte es wäre etwas Urin rein gegangen. Wunderte mich aber, weil ich es in der SS eigentlich eher unter Belastung kannte. Aber ich dachte mir erst nichts dabei. Als ich dann innerhalb kurzer Zeit paar Mal meine Unterwäsche wechseln musste, fragte ich mich doch, ob es ein Blasensprung sein könnte. Ich hatte noch leichte Unterleibsschmerzen aber keine Wehen oder ähnliches. Ich schrieb meiner Schwester eine Nachricht und fragte wie es damals bei ihr beim Blasensprung gewesen sei. Sie rief mich umgehend zurück und fragte was bei mir los wäre. Ich schilderte ihr meine Situation und sie meinte, es wäre bei ihrem Blasensprung damals alles genau so gewesen. Ich war hin und her gerissen. Hatte ich jetzt wirklich einen Blasensprung? Sollte ich meinen Mann wieder nach Hause rufen? Oder war es falscher Alarm? Ich verlor immer wieder Flüssigkeit…also rief ich im Geburtshaus an. Ina hatte Dienst und sagte dass es sich danach anhörte, dass es durchaus ein Blasensprung sein könnte und fragte ob ich die Gelegenheit hätte ins Geburtshaus zu kommen damit sie es genauer sagen könnte. Ich rief meinen Mann an und erklärte ihm die Lage. Er solle sich darauf einstellen nach Hause zu kommen. Er war ganz überrascht. Es war zwar alles organisiert dass er im Notfall nach Hause kommen könnte und gescherzt hatten sie auch darüber. Nur nicht ernsthaft damit gerechnet. Ich organisierte einen Babysitter und fuhr mit meiner Schwester ins GH. Unterwegs fragte ich mich immer wieder ob ich keinen falschen Alarm machte. Aber meine nasse Hose belehrte mich eines besseren. Ina bestätigte, dass ich einen Blasensprung hatte und wir sprachen darüber was mir jetzt helfen würde und dass ich die Kinder schon irgendwo unterbringen sollte um startklar zu sein. Ich hatte immer noch keine Wehen und in dem Moment beruhigte es mich enorm und ich war ganz sicher dass mein Mann rechtzeitig zu Hause sein würde. Zuhause angekommen, kochten wir scharf und ich erledigte noch einige Dinge im Haushalt damit ich mich ganz auf die Geburt einstellen konnte. Mein Mann kam ca halb drei Zuhause an. Gott sei Dank! Die Kinder fuhren mit ihren Babysittern in den Tierpark. Wir hingegen machten einen Spaziergang und stellten uns auf die Geburt ein, die sich aber noch gar nicht weiter bemerkbar machte. Wir hatten uns auch noch nicht auf einen Namen festgelegt weil wir uns zwischen zwei Namen nicht entscheiden konnten. Aber das wollten wir jetzt auch nicht unter Druck tun. Also einigten wir uns darauf uns auf die Geburt zu konzentrieren und uns später dann final für einen Namen zu entscheiden. Wenigstens fingen sie beide mit A an. Um 20 Uhr fuhren wir wieder ins Geburtshaus zur Kontrolle. Ich hatte immer noch keine spürbaren Wehen. Nur leichten Druck im Becken oder zwischendurch einen harten Bauch. Die 24Std Regelung, dass die Geburt nach dem Blasensprung dann im Gang sein müsste, stresste mich irgendwann. Aber die Hebamme Ina und auch mein Mann haben mir da den Druck rausgenommen und mir Mut gemacht dass es alles klappen wird. Und dann sind wir nach Hause gefahren, haben uns unterwegs noch was zu Essen bestellt und es uns bei der letzten Folge von LOL im Wohnzimmer bequem gemacht. Nach einer Viertelstunde (halb 11) fingen die Wehen an. Die waren auch sofort unangenehm und ziemlich schnell regelmäßig in 3-4min Abstand und auch 1 min lang. Nach einer 3/4 Std sind wir hier bei uns ein wenig spazieren gegangen und ich habe meine Wehen veratmet. Aber um Viertel vor 12 hat mein Mann dann im GH angerufen und 10 nach waren wir dann da. Ina sagte davor schon dass wir lieber zu früh kommen sollten als dass es wieder so knapp wie beim letzten Mal wird. An meinen Mann gelehnt, veratmete ich noch ein paar Wehen. Nach einem Toilettengang und ein paar Wehen auf der Toilette (puuh sind die unangenehm, dafür aber hilfreich) versuchte ich eine Wehe kniend vor dem Bett zu veratmen. Bei den letzten Geburten empfand ich es sehr angenehm aber jetzt total unangenehm. Die Badewanne war jetzt vorbereitet und dieses Mal ging ich tatsächlich in die Wanne. Es war auch ganz wohltuend. Zwischendurch fragte ich ob die Wehen hier nicht etwas nachlassen und es zu entspannt wird. Da meinte Ina es ist alles gut und ich darf ruhig ein wenig entspannen. Naja es hat insgesamt dann doch nicht lange gedauert. Um 0:56 Uhr kam unsere Tochter zur Welt. Da lag sie in der Wanne vor mir,hatte die Augen auf und schaute uns mit ihren dunklen Augen durchs Wasser an. Ich war ganz überrascht dass sie so dunkle und viele Haare hat. Und sie war voller Käseschmiere. Das kannten wir von den Jungs nicht aber die kamen ja auch nicht so früh. Für die Nachgeburt gingen wir aufs Bett und dann genossen wir es mit unserer süßen kleinen Tochter zu kuscheln! Die Hebammen kümmerten sich super um uns, ließen uns aber auch unser Glück in vollen Zügen als Familie genießen! Für uns waren es wundervolle Momente und ein riesen Segen, dass unsere Kinder alle im Geburtshaus das Licht der Welt erblicken durften! Vielen Dank an das tolle, herzliche und engagierte Team! Ihr habt einen wesentlichen Teil dazu beigetragen dass wir das Wunder einer (oder vier :-))Geburt(en) in einer so natürlichen und entspannten Atmosphäre erleben durften.







