Selbstbestimmte Geburt

Schon früh in der Schwangerschaft war für uns klar, dass wir unser Kind nicht in einem Krankenhaus zur Welt bringen möchten. Wir wünschten uns eine selbstbestimmte Geburt in einer ruhigen, geborgenen und positiven Atmosphäre. Auf der Suche nach Alternativen sind wir auf das Geburtshaus in Bielefeld gestoßen. Direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest haben wir uns angemeldet – in der Hoffnung, einen Platz zu bekommen.

Beim ersten Kennenlernen wurden wir direkt sehr herzlich empfangen. Uns wurden die Geburtsräume gezeigt, der Ablauf der Vorsorgen und der Geburt ausführlich erklärt und all unsere Fragen geduldig beantwortet. Bereits in diesem Termin hatten wir das Gefühl, angekommen zu sein. Noch vor dem Verlassen des Geburtshauses stand unsere Entscheidung fest: Wir wollten unser Kind hier zur Welt bringen.

In den folgenden Monaten fanden die Vorsorgeuntersuchungen im Wechsel beim Frauenarzt und im Geburtshaus statt. So konnten wir nach und nach alle Hebammen kennenlernen. Jede einzelne begegnete uns mit großer Ruhe, Empathie und fachlicher Kompetenz. Die Betreuung war geprägt von Vertrauen, Einfühlungsvermögen und vielen hilfreichen Informationen. Dies hat uns sehr gestärkt und viel Sicherheit für die Geburt gegeben. 

Auch der Geburtsvorbereitungskurs, an dem wir im Geburtshaus teilgenommen haben, hat uns mit vielen hilfreichen Informationen und wertvollen Empfehlungen sehr gut auf die Geburt vorbereitet.

Sechs Tage nach dem errechneten Termin begann am späten Abend schließlich die Geburt. Wir schufen uns zu Hause eine ruhige Atmosphäre mit gedimmten Licht, Kerzen und Musik und ich begann, die Wehen zu veratmen – so, wie ich es im Geburtsvorbereitungskurs und beim Hypnobirthing gelernt hatte. Über die Nacht bewegte ich mich viel und wechselte die Positionen. Die Abstände zwischen den Wehen wurden rasch kürzer und intensiver.

Am frühen Morgen lagen die Wehenabstände bei etwa drei Minuten, sodass wir die Rufbereitschaft des Geburtshauses kontaktierten. Zufällig hatte eine Hebamme Dienst, die ganz in unserer Nähe wohnte, und sie kam spontan zu uns nach Hause für eine Einschätzung der Situation und eine kurze Untersuchung.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass der Muttermund bereits 7–8 Zentimeter geöffnet war. Da ich mir eine Wassergeburt in der Badewanne wünschte, entschieden wir uns dazu, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, ins Geburtshaus loszufahren.

Dort angekommen wurde ich noch einmal kurz untersucht und konnte dann direkt in die Geburtswanne steigen. Die Atmosphäre im Geburtsraum war ruhig, vertrauensvoll und harmonisch. Mein Mann und die Hebammen begleiteten mich mit viel Ruhe, Zuspruch und Präsenz. Niemand drängte und niemand störte – ich konnte ganz bei mir bleiben, mich auf meine Atmung konzentrieren und meinem Körper vertrauen. Meine im Vorfeld formulierten Geburtswünsche wurden von den Hebammen jederzeit berücksichtigt, ohne dass ich sie während der Geburt erneut ansprechen musste.

Etwa zwei Stunden später durften wir unseren Sohn in der Wanne in Empfang nehmen. Dieser Moment war überwältigend und unbeschreiblich schön. Nach der Geburt der Plazenta hatte ich Zeit zum Duschen und anschließend durften wir uns als frisch gebackene Familie ins Bett kuscheln. Die Hebammen zogen sich zurück, erledigten im Hintergrund die notwendigen organisatorischen Dinge und schenkten uns Raum, unseren Sohn kennenzulernen.

Auf Wunsch besorgen die Hebammen etwas zu essen aus umliegenden Restaurants. Nach dieser Stärkung, einer erneuten Untersuchung und einem ruhigen Abschlussgespräch konnten wir das Geburtshaus bereits vier Stunden nach der Geburt verlassen. Direkt in das eigene Zuhause und in das eigene Bett zu fahren und dort das Wochenbett zu beginnen fühlte sich für uns genau richtig an.

Rückblickend sind wir unendlich dankbar für diese Erfahrung. Die Geburt war intensiv, kraftvoll und emotional – aber vor allem selbstbestimmt, geprägt von Vertrauen und begleitet von wunderbaren Hebammen. Das Geburtshaus hat uns nicht nur fachlich hervorragend betreut, sondern uns auch emotional gestärkt und uns gezeigt, wie erfüllend und schön eine Geburt sein kann.

Wir würden uns jederzeit wieder für eine Geburt im Geburtshaus entscheiden und können diesen Ort von ganzem Herzen weiterempfehlen.

Danke für diese besondere Begleitung und dafür, dass ihr uns den Start ins Familienleben so liebevoll ermöglicht habt.

Viele Grüße

J.

Die Geburt unserer Tochter

Die Geburt unserer Tochter – 19. Februar 2025

Am 18. Februar 2025 um 20 Uhr begann unsere kleine Reise – mit den ersten unregelmäßigen, aber schon deutlich spürbaren Wehen. Ich konnte sie gut veratmen, fühlte mich ruhig und bereit. Es war, als würde mein Körper mir sagen: „Es ist soweit.“

Gegen 21.30 Uhr wurden die Wehen regelmäßiger und intensiver. Ich ließ mich ganz auf sie ein – bewegte mich frei durch unser Zuhause, saß auf dem Petziball, hörte leise Musik und nahm ein warmes Bad. Es war eine ruhige, fast magische Stimmung. Ich spürte jede Welle, und mit jeder einzelnen kam ich meinem Baby ein Stück näher. Ich war vollkommen im Vertrauen – in meinen Körper, in den Moment und in das Leben, das sich in mir bereit machte, geboren zu werden.

Um 23 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Geburtshaus. Als wir gegen 23:30 Uhr ankamen, fühlte ich mich sofort geborgen. Ich konnte mich frei bewegen, lachen, atmen – einfach sein. Mein Mann und meine Hebamme begleiteten mich liebevoll und aufmerksam. Wir machten Witze, lachten zwischendurch, und selbst als ich auf der Toilette während einer Wehe fluchte, war da so viel Nähe, Menschlichkeit und Wärme.

Zurück in der Badewanne, umgeben von Kerzenlicht und leiser Ruhe, fand ich wieder in meinen Rhythmus. Ich war ganz bei mir und unserem Baby. Ich spürte, wie der Moment näher kam – ein kraftvolles, überwältigendes Gefühl von Hingabe und Stärke.

Dann kam der Pressdrang, und schon nach kuzer Zeit war sie da – unsere Tochter. Schön, ruhig und kraftvoll glitt sie ins warme Wasser, direkt in meine Arme.
Ein unbeschreiblicher Moment voller Liebe, Erleichterung und tiefer Dankbarkeit.

Noch heute blicke ich so dankbar und glücklich auf diesen magischen Moment zurück und bin Jule und Ina extrem dankbar für so eine lockere und liebevolle Begleitung ? 

Junges Glück

Als ich in fortgeschrittener Schwangerschaft (ca. 31 SSW) überraschend doch noch
einen Platz im Geburtshaus bekommen habe, war das ein echter Glücksfall und
rückblickend bin ich unendlich dankbar dafür. Wir hätten nie gedacht, wie sehr uns
diese Entscheidung begleiten und stärken würde.
Von Anfang an fühlten wir uns in der Betreuung unglaublich gut aufgehoben. Die
Hebammen im Geburtshaus sind nicht nur fachlich kompetent, sondern vor allem auch
menschlich einfach großartig: empathisch, zugewandt, herzensgut und voller Ruhe. Sie
haben uns nicht nur medizinisch vorbereitet, sondern auch emotional begleitet, mit
Offenheit, Verständnis und ganz viel Wissen. Dabei war ich im Wechsel sowohl beim
Gynäkologen als auch bei den Hebammen im Geburtshaus zur Untersuchung, sodass
ich fast alle Hebammen vor der Geburt kennenlernen konnte.
Als es dann so weit war, verlief die Geburt sehr schnell – schneller, als wir erwartet
haben. So schnell, dass es beinahe eine Hausgeburt geworden wäre. Wir hatten die
zeitliche Dynamik unserer Geburt völlig unterschätzt. Begonnen hatten meine Wehen
schon früh am Morgen, nur hatte ich sie als Senkwehen abgestempelt und versucht
mich mental drauf einzulassen und sie zu „veratmen“. Als die Wehen dann irgendwann
intensiver und regelmäßiger kamen, wurde mir klar, dass es sich um Geburtswehen
handelt. Gut, dass wir uns im Vorfeld intensiv mit dem Thema natürlicher Geburt
auseinandergesetzt haben und durch das Geburtshaus so bestärkende Vorbereitung
erleben durften. Was die Geburt für uns besonders gemacht hat, war vor allem eines:
die Selbstbestimmtheit. Zu Beginn der Schwangerschaft wollten wir nämlich eigentlich
in einer Klinik entbinden – die Verantwortung über den Geburtsverlauf wollten wir dabei
dem Klinikpersonal geben und es einfach „geschehen“ lassen. Uns war gar nicht
bewusst, dass eine Geburt auch ohne ärztlichen Beistand, in einer sicheren und
geborgenen Atmosphäre möglich ist und sogar erfüllend sein kann. Diese Erkenntnis
kam erst im Verlauf der Schwangerschaft. Zum Glück!
Mein Mann hatte sich um die Anmeldung im Geburtshaus gekümmert, da ich meine
intensiver werdenden Wehen veratmet habe. Als meine Wehen dann immer schneller zu
kommen schienen, spürte ich auch wie die Intensität zunahm, ich veratmete und
vertönte die Wehen stärker und irgendwann kam das Bauchgefühl: „Wir müssen los!“
Auf dem Weg ins Geburtshaus riefen wir an und baten darum, dass die Geburtswanne
vorbereitet werden kann, da ich bereits auf der Fahrt Presswehen bekam. Kaum
angekommen veratmete ich zwei weitere Wehen „an Land“ und stieg dann in die
Geburtswanne. Da ich selbst gerne im Wasser bin, fühlte es sich natürlich an, die
Geburt dort fortlaufen zu lassen. Mein Mann und die Hebammen bestärkten mich unter
jeder Wehe und sprachen mir gut zu, niemand ging in meine Erfahrung ein und ich
konnte mich voll auf meine Atmung und meinen Körper konzentrieren. Zwei Stunden
später hielt ich meinen Sohn im Arm und war völlig überwältigt. Nachdem die Plazenta
ebenfalls „geboren“ wurde, duschte ich mich ab und wir legten uns als frisch gebackene
Familie ins Bett. Die Hebammen zogen sich zurück, um die Bürokratie hinter der Geburt zu erledigen und wir hatten Zeit uns kennenzulernen und unser junges Glück
gemeinsam zu genießen. Nach einer kleinen Stärkung (wir hatten eine sehr leckere
Pizza) wurde ich dann nochmals untersucht und versorgt. Wir bekamen noch Infos mit
und sprachen über offene Themen, dann wurden wir auch schon auf den Heimweg
entlassen – ca. 3 Stunden nach Geburt. Ich fühlte mich gut und war überglücklich.
Direkt ins eigene Bett zu können und das Wochenbett dort zu starten war die beste
Entscheidung für uns, wir konnten uns gar nicht vorstellen diese schöne, erste Zeit noch
in einem Krankenhaus zu verbringen.
Die gesamte Betreuung durch das Geburtshaus war durch Vertrauen und ehrliche
Information geprägt. Dadurch konnten wir unser eigenes Vertrauen in den natürlichen
Geburtsprozess und vor allem in uns selbst stärken. Parallel dazu haben wir uns mit
dem Thema „Hypnobirthing“ auseinandergesetzt. Der Ansatz, dass Geburt ein
natürlicher Prozess ist, wird dort wieder bewusst gemacht. Und genau dieses „Ur
Vertrauen“ hat uns getragen. Die Geburt war ein wunderschönes Erlebnis – und dass ich
das einmal sagen würde, war vor der Geburt ein ferner, utopischer Gedanke. Natürlich
war sie intensiv, aber nicht im negativen Sinne. Sie war kraftvoll und überwältigend –
aber nicht so, wie man es aus Erzählungen oder Filmen kennt. Vieles hängt mit der
inneren Haltung zusammen. Natürlich kann man nicht alles planen oder kontrollieren,
aber wie viel möglich ist, wenn man Vertrauen in sich und den eigenen Körper entwickelt
und sich gut vorbereitet, hat uns überrascht und tief berührt.
Ich wünsche mir, dass mehr Frauen und Familien erfahren, dass Geburt nicht
zwangsläufig mit Schmerz, Angst und Krankenhausatmosphäre verbunden sein muss.
Es kann auch anders sein. Selbstbestimmt und geborgen. Für uns war es genau das.
Und wir sind sehr dankbar, diesen Weg gegangen zu sein. In dem Sinne danken wir den
wundervollen Hebammen des Geburtshauses, dass sie uns so toll begleitet haben und
hoffen, dass viele weitere Familien auch von unserer Erfahrung profitieren können.

Jorin

Bei 40+2 platze bei einer Senkwehe auf einmal meine Fruchtblase auf dem Sofa. Komisches Gefühl, beim ersten Kind haben wir sie im Geburtsprozess selbst geöffnet. Wir riefen im Geburtshaus an um schon mal Bescheid zu geben. Schnell noch den Großen ins Bett, damit ich etwas mehr Ruhe habe. Die Wehen waren noch sanft und ohne Tönen zu veratmen. Der Abstand lag noch bei 5 bis 15 min und meist hatten sie schon eine Minute Länge. Abends sind wir dann ins GH für ein erstes Kontroll- CTG mit der Aussicht dann wieder nach Hause zu fahren. 

Leider sind dann direkt bei der ersten Wehe die Herztöne des Babys so abgefallen und danach in ein nicht so vitales Bild zurück gekehrt, dass wir alle direkt etwas besorgt waren. Die nächsten Wehen ginge die Herztöne sehr hoch und fielen dann in ein wenig variables Muster. 

So konnte ich unmöglich ruhigen Gewissens nach Hause, aber auch nicht ewig im GH bleiben. Also verabschiedete ich mich vom Wunsch dieses Mal endlich im Geburtshaus zu entbinden und wir fuhren ins Krankenhaus. Dort hatte ich mich vor ein paar Wochen proforma angemeldet und traf nun tatsächlich auf die sehr nette Ärztin von der Anmeldung. Auch die für uns zuständige Hebamme kannten wir, sie war beim Kaiserschnitt unseres ersten Sohnes dabei (Verlegung vom GH, er stellte sich einfach nicht gut ins Becken ein trotz allem Turnen).

Das CTG besserte sich leider nicht wirklich, die Wehen wurden auch mit vielen Versuchen in verschiedenen Positionen nicht stärker, der Muttermund erreichte immer noch nicht die 2 cm. 
Weitere 8 cm bei dem Tempo plus Austrittsphase, das war mir zu riskant für unser Baby. Gut, dass ich einen Geburtsplan hatte, den die Ärztin bereits kannte und durch den ersten Kaiserschnitt war ich auf diese Situation gut vorbereitet. Ich konnte besprechen, dass der OP abgedunkelt wird und nur die OP Fläche noch beleuchtet wird. Auch dass das Baby, wenn es vital ist, direkt zu mir kommt und nicht erst geputzt wird und auf einem Rehatisch inspiziert wird, auch wenn das nur 20 Sekunden wären. Ich sprach auch an, dass das Baby bitte so lange wie möglich, wie es die Kühle des Raumes zulässt, an der Nabelschnur bleibt. 
Alle waren nett, stellten sich vor, erklärten alles (beim ersten Kaiserschnitt hatte ich einen schlechten Arzt, anders möchte ich es gerade nicht ausdrücken. Er stellte sich auch auf Nachfrage nicht vor, erst mit Schnitt sagte er damals seinen Namen. Ich hatte ihn weder vorher noch nachher gesehen. Dieses unmenschliche und respektlose Verhalten saß tief bei mir und ich betonte, wie wichtig mir es ist, dass das dieses Mal anders wird-der Arzt ist mittlerweile gegangen worden). 
Es konnte nichts festgestellt werden, was zu dem Stress bei unserem Baby geführt hat, keine Nabelschnur die abgeklemmt war, er war gut eingestellt im Becken… Seine apgar Werte waren mit 9-10-10 nahezu perfekt… Aber irgendwas wird gewesen sein. Nun sind wir alle gesund und munter. Ich habe diesen Kaiserschnitt sehr gut vertragen, bin viel fitter als letztes Mal und einfach überglücklich ein süßes, gesundes Kind bekommen zu haben:-). Es war, so kann man es sagen, eine gute Kaiserschnitt-Erfahrung und ich kann wirklich empfehlen sich Wünsche für diesen Fall vorher festzuhalten.