Olivia

Schon bevor wir einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten durften , stand der Entschluss fest, eine Geburt im Geburtshaus anzustreben . Durch die Geburten unsere zwei Kinder zuvor war ich geprägt von Selbstzweifel es jemals ohne PDA schaffen zu können aber auch den tiefen Vertrauen in mich ,meinen Körper und unser Baby das vieles anders laufen würden mit einen Geburtsort an den wir uns sicher und verstanden fühlen .

Im November 2024 erhielten wir die langersehnte Nachricht unser drittes Baby im Juli 2025 empfangen zu dürfen. Direkt rief ich im Geburtshaus an um mich für eine Geburt dort anzumelden. Es folgten regelmäßige Termine mit Vorsorgen und wir freuen uns jedes Mal aufs neuen diesen wunderschönen Ort besuchen zu dürfen. Die Monate vergingen , Winter, Frühling und dann war es plötzlich Sommer und der errechnete Geburtstermin rückte immer näher. Beide unsere Kinder kamen nach den Errechneten Termin auf die Welt und so waren wir uns sicher das es auch diesmal der Fall sein würde.

Wie vermutet, passierte erstmal nichts. Jeden Abend hatte ich Wehen die dann aber auch wieder verschwanden und morgens wachte ich mit jeden weiteren Tag ein kleines bisschen frustrierter auf das ich eine gute Nacht hatte (wie man es mit zwei kleinen kindern im Familienbett hat 😉 )

9. Tage über den ET beschlossen wir Nachmittags mit den kindern nochmal schwimmen zu gehen und machten uns einen entspannten Tag. Die Bewegung und die Schwerelosigkeit taten sehr gut und ich behielt die Hoffnung und Zuversicht das sich unser Baby bald auf den Weg macht.

In dieser Nacht wurde ich um 3.30 Uhr wach und spürte Kontraktion. Das war erstmal nicht neu für mich und ich schenke diesen wenig Beachtung . Ich dämmerte weiter, kuschelte mit unseren kindern die friedlich neben uns lagen und spürte jedoch schnell das direkt eine Regelmäßig da war und ich alle 3 bis 4 Minuten die Wehen veratmen musste .

Diese Schwangerschaft habe ich mich schon Anfang vom 2. Trimenon mit der Geburtsvorbereitung „Die friedliche Geburt „ beschäftigt . Also startete ich die Hypnose und habe trotz intensiver Wehen den Schmerz annehmen können . Gegen 5.30 Uhr weckte ich meinen Mann und ich beschloss in die Badewanne zu gehen . Mittlerweile hatte ich alle 3 Minuten Wehen die ich intensiv veratmete. Im Wasser fühlte ich mich wohl und die Minuten verflogen . Die Hypnose hat mir weiterhin sehr geholfen ruhig zu bleiben und in Verbindung mit unsere Tochter.

Um 6.45 Uhr fragte mein Mann (mittlerweile ein bisschen nervös? ) ob es nicht jetzt an der Zeit wäre im Geburtshaus anzurufen . Aus Sorge und geprägt von den 2 vorherigen Geburten stieß er mit dieser Frage nicht ganz auf Einverständnis meinerseits . Der Gedanke einer sehr langen Geburt und möglichen Enttäuschungen über eine geringen Geburtsfortschritt bremsten mich, losfahren zu wollen .

Mein Mann fande seine Idee dennoch gut und so riefen wir im Geburtshaus an und Ina begrüßte uns freundlich. Auch sie schätze die Situation gut ein und empfohl uns ,uns zeitnahe auf den Weg zu machen.

Widerwillig stieg ich aus der Badewanne und wir machten uns Abfahrt bereit . Unsere beiden Kinder waren mittlerweile auch wach geworden und wurden von ihrer Tante versorgt die glücklicherweise seit einigen Tagen hier übernachtete.

Wie verabredet trafen wir um 8 Uhr morgens im Geburtshaus ein . Die 30 minütige Autofahrt habe ich so gut wie nicht wahrgenommen . Konzentriert auf mich und die Hypnose.

Empfangen wurden wir von Ina und Hebammen Studentin Evelyn. Der Geburtsraum war vorbereitet, die Badewanne füllte sich mit Wasser, die Kerzen brannten. Auch unsere mitgebrachte Kerze die ich mit unseren kindern gestaltet habe ,fand ihren Platz .

Ich veratmete alle 2 Minuten die Wehen, liegend auf den Bett ,gehalten von meinen Mann . Ina fragte ob ich eine Untersuchung wünschte, was ich verneinte. Zwei kräftige Wehen später fande ich den Vorschlag doch ganz gut. Im Nachhinein betrachtet waren diese zwei Wehen die einzigen beiden die ich als schmerzhaft und intensiv empfunden habe.

Mittlerweile war es 8.45 Uhr . Ina teile uns mit das die Geburt kurz bevor stand und der Muttermund fast vollständig geöffnet ist. Dieser Aussage konnte ich keinen Glauben schenken und fragte Ina unzählige Male ob sie sich wirklich sicher sei . In meinen Gedanken konnte ich es nicht fassen ohne PDA ,Schmerzmittel und Intervention unsere Tochter gebären zu dürfen und zu können.

Ich beschloss in die Badewanne zu steigen. Im 4 Füßler stand genoss ich den kurzen Moment der Schmezlinderung. Den Geburtskamm immer noch fest in meiner Hand, folgte eine weitere intensive Wehe. Die Fruchtblase sprang und Ina sagte das sie schon den Kopf sehen könnte . Das erste Mal habe ich den Gedanken zugelassen das unsere Tochter an diesen wunderschönen Ort geboren wird. Es folgten zwei Presswehen und Olivia Luise Catherine wurde um 9.05 Uhr im Wasser geboren . Friedlich, alleine durch meine Kraft, im Vertrauen. Direkt nahm ich Sie durch meine Beine entgegen und schloss sie fest in den Arm. Mit warmen Handtüchern bedeckt schaute sie uns mit großen Augen an . Zufrieden und von Herzen geliebt .

Ich verblieb in der Badewanne bis die Plazenta geboren wurde . Nach der Plazentageburt durchtrennt wir gemeinsam die Nabelschnur mit guten Wünschen für unsere kleine Tochter.

Mit Evelyns Hilfe duschte ich direkt und kuschelte mich ins Bett während mein Mann und Tine ( die erst nach der Geburt dazu kam ) die U1 machten . Wie schon erwartet wog auch unser drittes Kind über 4 kg .

Eine Inspektion der Geburtswege ergab zum glück keine versorgungspflichtige Verletzungen.

Tine bereitet uns ein wunderbares Frühstück vor und gegen Mittag machten wir uns bereits auf den Weg nach Haus.

Überglücklich, voller Stolz und Dankbarkeit blicken wir auf die Geburt zurück.

Danke liebe Ina für die Zuversicht die du mir in genau den richte Momenten vermittelt hast und deinen energischen Rat uns auf den Weg ins Geburtshaus zu machen ?

Danke liebe Tine für deine lieben Worte und das tolle Frühstück.

Danke Evelyn für deine Unterstützung und dein Engagement

Ihr werdet für immer teil unsere Geschicht bleiben und dank euch durften wir die heilende Geburt erleben die wir uns so sehr ersehnt haben.

Alles liebe für euch

I. und B. mit Olivia

Überraschende Geburt

Alles fing irgendwie damit an , dass mein Mann mir Anfang März sagte, dass er am ersten Wochenende im Mai unserem Schwager helfen wollte, seine Küche in Brandenburg aufzubauen. Ich hielt inne und rechnete nach. Es wäre in der SSW 37+1 Ich meinte:“ Ich darf da schon im Geburtshaus entbinden wenn die Geburt losgehen sollte.“ Daran hatte er gar nicht gedacht. Für ihn stellte sich eher die Frage ob es mir mit unseren drei Jungs und hochschwanger zu anstrengend werden würde wenn er für zwei Tage unterwegs wäre. Wir einigten uns darauf, dass wir es erstmal auf uns zukommen lassen würden und wenn ich dann kurz vorher ein schlechtes Gefühl dabei hätte oder es mir nicht gut gehen sollte, dann würde er nicht fahren. Nun ja, eigentlich rechnete ich wirklich nicht damit dass unsere Tochter fast drei Wochen früher kommen würde. Unsere Jungs kamen zwar alle 2-5 Tage vor ET aber früher rechnete ich auch nicht mit dieser Geburt. Ich durfte alle Jungs im Geburtshaus entbinden, wofür wir sehr dankbar sind. Bei der Geburt unseres ersten Sohnes hatten wir eine Doppelbelegung. Sabine betreute schon eine Geburt und sagte dass Meike mich begleiten würde. Ich konnte also nicht in das große Geburtszimmer. Aber das war für mich auch nicht weiter schlimm. Ich hatte keinen großen Wunsch in die Badewanne zu gehen. Meike betreute uns großartig und wir fühlten uns sehr gut aufgehoben. Bei der Geburt unseres zweiten Sohnes ging alles wesentlich schneller und auch dort fühlten wir uns bei Edith super gut aufgehoben. Ich weiß noch wie verwirrt meine Schwester da stand, als wir wieder nach Hause kamen. Sie hatte auf unseren Großen aufgepasst und dachte wir wurden aus dem Geburtshaus wieder nach Hause geschickt weil es bis zur Geburt noch etwas dauern würde. Da legte ich ihr unseren neugeborenen Sohn in die Arme. 🙂 Unser Dritter hatte es ganz eilig und ich freute mich als Edith sich am Telefon meldete. Sie empfing uns nach einer Fahrt mit intensiven Wehen im Geburtshaus und fragte ob ich in die Wanne möchte. Ich bejahte und sie ließ die Badewanne ein. Aber im nächsten Moment rief ich schon, dass der Kleine jetzt kommt. Mit der Wanne wurde es nichts. Nach acht Minuten im Geburtshaus erblickte unser Sohn das Licht der Welt! Und jetzt erwarteten wir unser Mädchen! Die Jungs wünschten sich alle eine Schwester und konnten es schon langsam nicht mehr abwarten bis sie endlich da sein würde! Es beschäftigte mich immer wieder dass mein Mann an dem besagten Wochenende im Mai so weit weg sein würde. Ich beruhigte mich immer wieder und sagte, dass es nur eine Kopfsache ist. Ich rechnete nicht wirklich damit dass sie soviel früher kommen wird. Aber ich brauchte einen Plan B. Ich hatte ja schon die Erfahrung gemacht, dass die zweite und dritte Geburt ziemlich schnell waren und wollte es nicht riskieren alleine dazustehen falls unsere Tochter sich dennoch an dem Wochenende ankündigen sollte. Also sprach ich mit zwei Freundinnen die bereit wären mich zu begleiten falls es tatsächlich so eintreffen sollte und mein Mann es nicht rechtzeitig zur Geburt schaffen sollte. Am Dienstag vor dem besagten Wochenende hatte ich meinen Termin im Geburtshaus zur Kontrolle und lernte Ina zum ersten Mal kennen. Sie fragte ob wir uns fürs Wochenende verabreden wollen um mein Baby zu bekommen. „Ne,“ meinte ich. „Ich möchte noch ein paar Dinge erledigen und mein Mann ist an dem Wochenende noch unterwegs. Dieses Wochenende geht nicht aber die Woche darauf könnten wir uns verabreden.“ Mein Mann fuhr also am Freitag nach Brandenburg. 300 km weit weg. Ich war ganz ruhig und entspannt. Am Abend erinnerte ich meine Freundinnen dennoch daran dass sie ihre Handys laut lassen sollten falls ich eine von ihnen anrufen sollte. Aber es würde mit Sicherheit alles ruhig bleiben. Ich wollte noch die Babyschale fertig machen. Ich hatte den Bezug nach dem letzten Waschen noch nicht wieder drüber gezogen. Ich überlegte kurz ob ich den nochmal in die Waschmaschine schmeißen sollte. Damit er wirklich ganz frisch ist. Nein, entschied ich. Nicht dass es tatsächlich in der Nacht losgeht und der dann nass ist. Also zog ich ihn über die Babyschale. Ich schlief die Nacht komplett durch und war wirklich ausgeschlafen. Gegen sieben wurde ich wach und musste zur Toilette. Ich setzte mich auf die Bettkante und stand auf. Irgendwas schwappte in meinen Slip. Ich ging zur Toilette und dachte es wäre etwas Urin rein gegangen. Wunderte mich aber, weil ich es in der SS eigentlich eher unter Belastung kannte. Aber ich dachte mir erst nichts dabei. Als ich dann innerhalb kurzer Zeit paar Mal meine Unterwäsche wechseln musste, fragte ich mich doch, ob es ein Blasensprung sein könnte. Ich hatte noch leichte Unterleibsschmerzen aber keine Wehen oder ähnliches. Ich schrieb meiner Schwester eine Nachricht und fragte wie es damals bei ihr beim Blasensprung gewesen sei. Sie rief mich umgehend zurück und fragte was bei mir los wäre. Ich schilderte ihr meine Situation und sie meinte, es wäre bei ihrem Blasensprung damals alles genau so gewesen. Ich war hin und her gerissen. Hatte ich jetzt wirklich einen Blasensprung? Sollte ich meinen Mann wieder nach Hause rufen? Oder war es falscher Alarm? Ich verlor immer wieder Flüssigkeit…also rief ich im Geburtshaus an. Ina hatte Dienst und sagte dass es sich danach anhörte, dass es durchaus ein Blasensprung sein könnte und fragte ob ich die Gelegenheit hätte ins Geburtshaus zu kommen damit sie es genauer sagen könnte. Ich rief meinen Mann an und erklärte ihm die Lage. Er solle sich darauf einstellen nach Hause zu kommen. Er war ganz überrascht. Es war zwar alles organisiert dass er im Notfall nach Hause kommen könnte und gescherzt hatten sie auch darüber. Nur nicht ernsthaft damit gerechnet. Ich organisierte einen Babysitter und fuhr mit meiner Schwester ins GH. Unterwegs fragte ich mich immer wieder ob ich keinen falschen Alarm machte. Aber meine nasse Hose belehrte mich eines besseren. Ina bestätigte, dass ich einen Blasensprung hatte und wir sprachen darüber was mir jetzt helfen würde und dass ich die Kinder schon irgendwo unterbringen sollte um startklar zu sein. Ich hatte immer noch keine Wehen und in dem Moment beruhigte es mich enorm und ich war ganz sicher dass mein Mann rechtzeitig zu Hause sein würde. Zuhause angekommen, kochten wir scharf und ich erledigte noch einige Dinge im Haushalt damit ich mich ganz auf die Geburt einstellen konnte. Mein Mann kam ca halb drei Zuhause an. Gott sei Dank! Die Kinder fuhren mit ihren Babysittern in den Tierpark. Wir hingegen machten einen Spaziergang und stellten uns auf die Geburt ein, die sich aber noch gar nicht weiter bemerkbar machte. Wir hatten uns auch noch nicht auf einen Namen festgelegt weil wir uns zwischen zwei Namen nicht entscheiden konnten. Aber das wollten wir jetzt auch nicht unter Druck tun. Also einigten wir uns darauf uns auf die Geburt zu konzentrieren und uns später dann final für einen Namen zu entscheiden. Wenigstens fingen sie beide mit A an. Um 20 Uhr fuhren wir wieder ins Geburtshaus zur Kontrolle. Ich hatte immer noch keine spürbaren Wehen. Nur leichten Druck im Becken oder zwischendurch einen harten Bauch. Die 24Std Regelung, dass die Geburt nach dem Blasensprung dann im Gang sein müsste, stresste mich irgendwann. Aber die Hebamme Ina und auch mein Mann haben mir da den Druck rausgenommen und mir Mut gemacht dass es alles klappen wird. Und dann sind wir nach Hause gefahren, haben uns unterwegs noch was zu Essen bestellt und es uns bei der letzten Folge von LOL im Wohnzimmer bequem gemacht. Nach einer Viertelstunde (halb 11) fingen die Wehen an. Die waren auch sofort unangenehm und ziemlich schnell regelmäßig in 3-4min Abstand und auch 1 min lang. Nach einer 3/4 Std sind wir hier bei uns ein wenig spazieren gegangen und ich habe meine Wehen veratmet. Aber um Viertel vor 12 hat mein Mann dann im GH angerufen und 10 nach waren wir dann da. Ina sagte davor schon dass wir lieber zu früh kommen sollten als dass es wieder so knapp wie beim letzten Mal wird. An meinen Mann gelehnt, veratmete ich noch ein paar Wehen. Nach einem Toilettengang und ein paar Wehen auf der Toilette (puuh sind die unangenehm, dafür aber hilfreich) versuchte ich eine Wehe kniend vor dem Bett zu veratmen. Bei den letzten Geburten empfand ich es sehr angenehm aber jetzt total unangenehm. Die Badewanne war jetzt vorbereitet und dieses Mal ging ich tatsächlich in die Wanne. Es war auch ganz wohltuend. Zwischendurch fragte ich ob die Wehen hier nicht etwas nachlassen und es zu entspannt wird. Da meinte Ina es ist alles gut und ich darf ruhig ein wenig entspannen. Naja es hat insgesamt dann doch nicht lange gedauert. Um 0:56 Uhr kam unsere Tochter zur Welt. Da lag sie in der Wanne vor mir,hatte die Augen auf und schaute uns mit ihren dunklen Augen durchs Wasser an. Ich war ganz überrascht dass sie so dunkle und viele Haare hat. Und sie war voller Käseschmiere. Das kannten wir von den Jungs nicht aber die kamen ja auch nicht so früh. Für die Nachgeburt gingen wir aufs Bett und dann genossen wir es mit unserer süßen kleinen Tochter zu kuscheln! Die Hebammen kümmerten sich super um uns, ließen uns aber auch unser Glück in vollen Zügen als Familie genießen! Für uns waren es wundervolle Momente und ein riesen Segen, dass unsere Kinder alle im Geburtshaus das Licht der Welt erblicken durften! Vielen Dank an das tolle, herzliche und engagierte Team! Ihr habt einen wesentlichen Teil dazu beigetragen dass wir das Wunder einer (oder vier :-))Geburt(en) in einer so natürlichen und entspannten Atmosphäre erleben durften.

Selbstbestimmte Geburt

Schon früh in der Schwangerschaft war für uns klar, dass wir unser Kind nicht in einem Krankenhaus zur Welt bringen möchten. Wir wünschten uns eine selbstbestimmte Geburt in einer ruhigen, geborgenen und positiven Atmosphäre. Auf der Suche nach Alternativen sind wir auf das Geburtshaus in Bielefeld gestoßen. Direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest haben wir uns angemeldet – in der Hoffnung, einen Platz zu bekommen.

Beim ersten Kennenlernen wurden wir direkt sehr herzlich empfangen. Uns wurden die Geburtsräume gezeigt, der Ablauf der Vorsorgen und der Geburt ausführlich erklärt und all unsere Fragen geduldig beantwortet. Bereits in diesem Termin hatten wir das Gefühl, angekommen zu sein. Noch vor dem Verlassen des Geburtshauses stand unsere Entscheidung fest: Wir wollten unser Kind hier zur Welt bringen.

In den folgenden Monaten fanden die Vorsorgeuntersuchungen im Wechsel beim Frauenarzt und im Geburtshaus statt. So konnten wir nach und nach alle Hebammen kennenlernen. Jede einzelne begegnete uns mit großer Ruhe, Empathie und fachlicher Kompetenz. Die Betreuung war geprägt von Vertrauen, Einfühlungsvermögen und vielen hilfreichen Informationen. Dies hat uns sehr gestärkt und viel Sicherheit für die Geburt gegeben. 

Auch der Geburtsvorbereitungskurs, an dem wir im Geburtshaus teilgenommen haben, hat uns mit vielen hilfreichen Informationen und wertvollen Empfehlungen sehr gut auf die Geburt vorbereitet.

Sechs Tage nach dem errechneten Termin begann am späten Abend schließlich die Geburt. Wir schufen uns zu Hause eine ruhige Atmosphäre mit gedimmten Licht, Kerzen und Musik und ich begann, die Wehen zu veratmen – so, wie ich es im Geburtsvorbereitungskurs und beim Hypnobirthing gelernt hatte. Über die Nacht bewegte ich mich viel und wechselte die Positionen. Die Abstände zwischen den Wehen wurden rasch kürzer und intensiver.

Am frühen Morgen lagen die Wehenabstände bei etwa drei Minuten, sodass wir die Rufbereitschaft des Geburtshauses kontaktierten. Zufällig hatte eine Hebamme Dienst, die ganz in unserer Nähe wohnte, und sie kam spontan zu uns nach Hause für eine Einschätzung der Situation und eine kurze Untersuchung.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass der Muttermund bereits 7–8 Zentimeter geöffnet war. Da ich mir eine Wassergeburt in der Badewanne wünschte, entschieden wir uns dazu, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, ins Geburtshaus loszufahren.

Dort angekommen wurde ich noch einmal kurz untersucht und konnte dann direkt in die Geburtswanne steigen. Die Atmosphäre im Geburtsraum war ruhig, vertrauensvoll und harmonisch. Mein Mann und die Hebammen begleiteten mich mit viel Ruhe, Zuspruch und Präsenz. Niemand drängte und niemand störte – ich konnte ganz bei mir bleiben, mich auf meine Atmung konzentrieren und meinem Körper vertrauen. Meine im Vorfeld formulierten Geburtswünsche wurden von den Hebammen jederzeit berücksichtigt, ohne dass ich sie während der Geburt erneut ansprechen musste.

Etwa zwei Stunden später durften wir unseren Sohn in der Wanne in Empfang nehmen. Dieser Moment war überwältigend und unbeschreiblich schön. Nach der Geburt der Plazenta hatte ich Zeit zum Duschen und anschließend durften wir uns als frisch gebackene Familie ins Bett kuscheln. Die Hebammen zogen sich zurück, erledigten im Hintergrund die notwendigen organisatorischen Dinge und schenkten uns Raum, unseren Sohn kennenzulernen.

Auf Wunsch besorgen die Hebammen etwas zu essen aus umliegenden Restaurants. Nach dieser Stärkung, einer erneuten Untersuchung und einem ruhigen Abschlussgespräch konnten wir das Geburtshaus bereits vier Stunden nach der Geburt verlassen. Direkt in das eigene Zuhause und in das eigene Bett zu fahren und dort das Wochenbett zu beginnen fühlte sich für uns genau richtig an.

Rückblickend sind wir unendlich dankbar für diese Erfahrung. Die Geburt war intensiv, kraftvoll und emotional – aber vor allem selbstbestimmt, geprägt von Vertrauen und begleitet von wunderbaren Hebammen. Das Geburtshaus hat uns nicht nur fachlich hervorragend betreut, sondern uns auch emotional gestärkt und uns gezeigt, wie erfüllend und schön eine Geburt sein kann.

Wir würden uns jederzeit wieder für eine Geburt im Geburtshaus entscheiden und können diesen Ort von ganzem Herzen weiterempfehlen.

Danke für diese besondere Begleitung und dafür, dass ihr uns den Start ins Familienleben so liebevoll ermöglicht habt.

Viele Grüße

J.

Die Geburt unserer Tochter

Die Geburt unserer Tochter – 19. Februar 2025

Am 18. Februar 2025 um 20 Uhr begann unsere kleine Reise – mit den ersten unregelmäßigen, aber schon deutlich spürbaren Wehen. Ich konnte sie gut veratmen, fühlte mich ruhig und bereit. Es war, als würde mein Körper mir sagen: „Es ist soweit.“

Gegen 21.30 Uhr wurden die Wehen regelmäßiger und intensiver. Ich ließ mich ganz auf sie ein – bewegte mich frei durch unser Zuhause, saß auf dem Petziball, hörte leise Musik und nahm ein warmes Bad. Es war eine ruhige, fast magische Stimmung. Ich spürte jede Welle, und mit jeder einzelnen kam ich meinem Baby ein Stück näher. Ich war vollkommen im Vertrauen – in meinen Körper, in den Moment und in das Leben, das sich in mir bereit machte, geboren zu werden.

Um 23 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Geburtshaus. Als wir gegen 23:30 Uhr ankamen, fühlte ich mich sofort geborgen. Ich konnte mich frei bewegen, lachen, atmen – einfach sein. Mein Mann und meine Hebamme begleiteten mich liebevoll und aufmerksam. Wir machten Witze, lachten zwischendurch, und selbst als ich auf der Toilette während einer Wehe fluchte, war da so viel Nähe, Menschlichkeit und Wärme.

Zurück in der Badewanne, umgeben von Kerzenlicht und leiser Ruhe, fand ich wieder in meinen Rhythmus. Ich war ganz bei mir und unserem Baby. Ich spürte, wie der Moment näher kam – ein kraftvolles, überwältigendes Gefühl von Hingabe und Stärke.

Dann kam der Pressdrang, und schon nach kuzer Zeit war sie da – unsere Tochter. Schön, ruhig und kraftvoll glitt sie ins warme Wasser, direkt in meine Arme.
Ein unbeschreiblicher Moment voller Liebe, Erleichterung und tiefer Dankbarkeit.

Noch heute blicke ich so dankbar und glücklich auf diesen magischen Moment zurück und bin Jule und Ina extrem dankbar für so eine lockere und liebevolle Begleitung ? 

Junges Glück

Als ich in fortgeschrittener Schwangerschaft (ca. 31 SSW) überraschend doch noch
einen Platz im Geburtshaus bekommen habe, war das ein echter Glücksfall und
rückblickend bin ich unendlich dankbar dafür. Wir hätten nie gedacht, wie sehr uns
diese Entscheidung begleiten und stärken würde.
Von Anfang an fühlten wir uns in der Betreuung unglaublich gut aufgehoben. Die
Hebammen im Geburtshaus sind nicht nur fachlich kompetent, sondern vor allem auch
menschlich einfach großartig: empathisch, zugewandt, herzensgut und voller Ruhe. Sie
haben uns nicht nur medizinisch vorbereitet, sondern auch emotional begleitet, mit
Offenheit, Verständnis und ganz viel Wissen. Dabei war ich im Wechsel sowohl beim
Gynäkologen als auch bei den Hebammen im Geburtshaus zur Untersuchung, sodass
ich fast alle Hebammen vor der Geburt kennenlernen konnte.
Als es dann so weit war, verlief die Geburt sehr schnell – schneller, als wir erwartet
haben. So schnell, dass es beinahe eine Hausgeburt geworden wäre. Wir hatten die
zeitliche Dynamik unserer Geburt völlig unterschätzt. Begonnen hatten meine Wehen
schon früh am Morgen, nur hatte ich sie als Senkwehen abgestempelt und versucht
mich mental drauf einzulassen und sie zu „veratmen“. Als die Wehen dann irgendwann
intensiver und regelmäßiger kamen, wurde mir klar, dass es sich um Geburtswehen
handelt. Gut, dass wir uns im Vorfeld intensiv mit dem Thema natürlicher Geburt
auseinandergesetzt haben und durch das Geburtshaus so bestärkende Vorbereitung
erleben durften. Was die Geburt für uns besonders gemacht hat, war vor allem eines:
die Selbstbestimmtheit. Zu Beginn der Schwangerschaft wollten wir nämlich eigentlich
in einer Klinik entbinden – die Verantwortung über den Geburtsverlauf wollten wir dabei
dem Klinikpersonal geben und es einfach „geschehen“ lassen. Uns war gar nicht
bewusst, dass eine Geburt auch ohne ärztlichen Beistand, in einer sicheren und
geborgenen Atmosphäre möglich ist und sogar erfüllend sein kann. Diese Erkenntnis
kam erst im Verlauf der Schwangerschaft. Zum Glück!
Mein Mann hatte sich um die Anmeldung im Geburtshaus gekümmert, da ich meine
intensiver werdenden Wehen veratmet habe. Als meine Wehen dann immer schneller zu
kommen schienen, spürte ich auch wie die Intensität zunahm, ich veratmete und
vertönte die Wehen stärker und irgendwann kam das Bauchgefühl: „Wir müssen los!“
Auf dem Weg ins Geburtshaus riefen wir an und baten darum, dass die Geburtswanne
vorbereitet werden kann, da ich bereits auf der Fahrt Presswehen bekam. Kaum
angekommen veratmete ich zwei weitere Wehen „an Land“ und stieg dann in die
Geburtswanne. Da ich selbst gerne im Wasser bin, fühlte es sich natürlich an, die
Geburt dort fortlaufen zu lassen. Mein Mann und die Hebammen bestärkten mich unter
jeder Wehe und sprachen mir gut zu, niemand ging in meine Erfahrung ein und ich
konnte mich voll auf meine Atmung und meinen Körper konzentrieren. Zwei Stunden
später hielt ich meinen Sohn im Arm und war völlig überwältigt. Nachdem die Plazenta
ebenfalls „geboren“ wurde, duschte ich mich ab und wir legten uns als frisch gebackene
Familie ins Bett. Die Hebammen zogen sich zurück, um die Bürokratie hinter der Geburt zu erledigen und wir hatten Zeit uns kennenzulernen und unser junges Glück
gemeinsam zu genießen. Nach einer kleinen Stärkung (wir hatten eine sehr leckere
Pizza) wurde ich dann nochmals untersucht und versorgt. Wir bekamen noch Infos mit
und sprachen über offene Themen, dann wurden wir auch schon auf den Heimweg
entlassen – ca. 3 Stunden nach Geburt. Ich fühlte mich gut und war überglücklich.
Direkt ins eigene Bett zu können und das Wochenbett dort zu starten war die beste
Entscheidung für uns, wir konnten uns gar nicht vorstellen diese schöne, erste Zeit noch
in einem Krankenhaus zu verbringen.
Die gesamte Betreuung durch das Geburtshaus war durch Vertrauen und ehrliche
Information geprägt. Dadurch konnten wir unser eigenes Vertrauen in den natürlichen
Geburtsprozess und vor allem in uns selbst stärken. Parallel dazu haben wir uns mit
dem Thema „Hypnobirthing“ auseinandergesetzt. Der Ansatz, dass Geburt ein
natürlicher Prozess ist, wird dort wieder bewusst gemacht. Und genau dieses „Ur
Vertrauen“ hat uns getragen. Die Geburt war ein wunderschönes Erlebnis – und dass ich
das einmal sagen würde, war vor der Geburt ein ferner, utopischer Gedanke. Natürlich
war sie intensiv, aber nicht im negativen Sinne. Sie war kraftvoll und überwältigend –
aber nicht so, wie man es aus Erzählungen oder Filmen kennt. Vieles hängt mit der
inneren Haltung zusammen. Natürlich kann man nicht alles planen oder kontrollieren,
aber wie viel möglich ist, wenn man Vertrauen in sich und den eigenen Körper entwickelt
und sich gut vorbereitet, hat uns überrascht und tief berührt.
Ich wünsche mir, dass mehr Frauen und Familien erfahren, dass Geburt nicht
zwangsläufig mit Schmerz, Angst und Krankenhausatmosphäre verbunden sein muss.
Es kann auch anders sein. Selbstbestimmt und geborgen. Für uns war es genau das.
Und wir sind sehr dankbar, diesen Weg gegangen zu sein. In dem Sinne danken wir den
wundervollen Hebammen des Geburtshauses, dass sie uns so toll begleitet haben und
hoffen, dass viele weitere Familien auch von unserer Erfahrung profitieren können.