Wundervolle Hausgeburt

Für mich war immer schon früh klar; sollte ich einmal schwanger werden, würde ich möglichst nicht im Krankenhaus entbinden wollen. Nun kam die freudige, unerwartete Bestätigung meiner ersten Schwangerschaft. Als ich dem Papa erzählte, dass ich nicht im Krankenhaus entbinden wolle, war dieser zunächst sehr irritiert. Ich erklärte ihm die Möglichkeit, z.B. im Geburtshaus entbinden zu können und da war die Entscheidung für uns beide für den Mittelweg zwischen Krankenhaus und Hausgeburt schnell klar.

Ich suchte zunächst übers Internet eine Hebamme, die im Geburtshaus arbeitete und wurde glücklicherweise schnell fündig. Nach einem Telefonat wurde mir von der Hebamme Jule geraten, mich zeitnah im Geburtshaus zu melden und wir bekamen tatsächlich eine Zusage für die Geburtsbegleitung. Von da an ging ich für die Vorsorgetermine ins Geburtshaus und ließ nur noch die nötigsten Ultraschallbilder beim Gynäkologen machen.

Nun ließ mich der Gedanke einer Hausgeburt nicht locker. Warum erst noch zum Geburtshaus hinfahren, wenn man es sich zuhause gemütlich machen kann?! Ich kam beim Papa also wieder mit der Idee um die Ecke, eine Hausgeburt zu planen. Nach seiner Zustimmung und Rücksprache mit dem Geburtshaus, wurde die Hausgeburt entgegen der Unsicherheiten anderer Familienmitglieder geplant. Für mich fühlte es sich eben genau richtig an. Die Kontrolltermine im Geburtshaus verliefen problemlos und wir haben uns sehr wohl dort gefühlt. Es gab auch immer etwas zu lachen? Der ET rückte näher, so dass wir die Wohnung mit einer Menge Kerzen in jedem Raum schmückten und alles weitere vorbereiteten. Vom Besuch im Kreissaal im naheliegenden KH war ich übrigens doch positiv überrascht.

Am 12.12.2025 war es dann soweit; 5 Tage nach meinem ET. Vormittags bin ich noch mit unserem Pferd spazieren gegangen und abends waren wir bei der Familie des Papas zu Besuch. Ich hatte seit Tagen immer mal wieder kurze Unterleibschmerzen aber keine weiteren Anzeichen. Einige der Anwesenden meinten, dass es bis zur Entbindung noch dauern werde. Mit einem Lachen verabschiedete ich mich spät abends und sagte, dass unser Baby morgen kommen werde. Gerade zuhause angekommen, hatte sich etwas in meinem Unterleib gelöst. So stand ich überrannt von Gefühlen mit Tränen in den Augen vor dem Papa und meinte: „Ich glaube es geht los.“ Wir schauten auf die Uhr, es war 00:38 Uhr, denn wir wollten die Zeit wegen der Wehenaktivität im Blick behalten.

Wir machten uns fertig fürs Bett und zündeten die ersten Teelichter sowie die selbstgestaltete Geburtskerze von der Babyparty an. Der Papa schlief wie immer zügig ein. Ich lag im Bett und merkte wie die Wehen immer stärker wurden. Irgendwann mitten in der Nacht waren sie dann so stark, dass ich aufstehen und mit den Händen gegen die Wand drücken musste. Es steigerte sich soweit, dass ich es im Sitzen nicht mehr aushalten konnte und zwischen Stehen und Liegen wechselte. So verbrachte ich die Nacht und musste mich zwischendurch zweimal übergeben. Ich entschied mich bewusst gegen ein Bad in der Badewanne, weil ich die Wehen im Sitzen zu unangenehm empfand.

Morgens wurde es dann immer intensiver. Ich lief durch die Wohnung. Bei jeder aufkommenden Wehe stemmte ich die Hände gegen die Wand so doll ich konnte und versuchte die Wehen weg zu atmen. Gegen Mittag riefen wir das erste Mal im Geburtshaus an, weil wir unsicher wurden wie lange wir warten sollten, dort Bescheid zu geben. Da ich mich am Telefon zusammengerissen hatte, bekamen wir zunächst einen CTG-Termin für 15 Uhr. Nachdem das Telefonat beendet war, schaute ich den Papa an und sagte, dass ich mich mit den Wehen nicht mehr in ein Auto setzen könnte. Ich hielt noch weiter durch; wechselte instinktiv immer häufiger ins Schlafzimmer, kniete mich vors Bett und atmete die Wehenschübe stimmhaft ins Bett aus. Ich fing an, mich weiter auf die Schübe einzulassen und den Körper mitzubewegen. Der Papa rief erneut im Geburtshaus an und gab Bescheid, dass die Hebammen kommen müssen. Die erste Hebamme Ina kam gegen 14 Uhr. Das weiß ich noch. Ich war im Schlafzimmer wieder kniend vorm Bett und war dankbar, dass sie da war, um mich zu unterstützen. Gleichzeitig holte mich die Ankunft ein kleines bisschen in die Realität zurück und brachte mich etwas aus dem Rhythmus. Der Papa bereitete in der Küche eine kleine Stärkung für alle vor, während Ina mich nun anleitete, immer wieder Tipps bezüglich der Stellung gab, Herztöne überprüfte und ab und zu Fragen stellte. Ich nahm ihre Stimme sehr beruhigend und klar wahr, war aber irgendwie auch nicht mehr ganz anwesend. Ich konnte mich zuhause ganz fallen lassen. Relativ schnell nach meinem Zeitgefühl wurde dann die zweite Hebamme gerufen. Ich versuchte bestmöglich auf meinen Körper zu hören, nahm die Wehenschübe an und brüllte mittlerweile dabei instinktiv ins Bett. Der Papa kam auch wieder ins Schlafzimmer. Er brachte mir Wasser und eine Banane. Da biss ich einmal rein und hatte dann das Gefühl, dass mir eher schlecht davon wurde. Er streichelte mir die Haare und küsste meinen Kopf. Es tat gut, ihn da zu haben.

Nach ein bisschen Zeit hatte ich das Gefühl, dass es nie klappen würde. Wie sollte unser kleines Baby da durch passen? Auch Ina merkte wohl, dass mir noch ein bisschen Unterstützung guttun würde und bat mich ins Bad auf die Toilette. Das hat mir wirklich gutgetan. Irgendetwas löste sich und ich bekam ein spürbar besseres Gefühl fürs Pressen und vor allem fürs Loslassen. Überrascht bemerkte ich jetzt erst, dass der Papa zwischenzeitlich alle Kerzen angezündet hatte. Irgendwann bevor ich ins Badezimmer wechselte, hatte ich wohl auch angefangen rein intuitiv (und durchs schwitzen) mich immer weiter auszuziehen; so richtig habe ich das selber nicht mehr wahrgekommen; saß aber höchstens nur noch leicht bekleidet auf der Toilette. Ich sollte nun wieder ins Schlafzimmer wechseln. Erst dachte ich, dass ich das nicht schaffen werde; wusste aber auch, dass ich nicht auf der Toilette bleiben konnte und raffte mich auf wieder ins Schlafzimmer zu gehen. Es klappte. Dort nahm ich dann mit dem Papa zusammen eine Stellung ein. Ich presste meine Knie in seine Hände und alsbald ging es richtig los. Ich war wie weg und funktionierte einfach. Ich nahm die Stimme von Ina wahr, die mich weiterhin ruhig und klar anleitete. „Du musst über den Schmerz hinaus. Ein kleines bisschen. Du schaffst das!“ Dabei war wohl mit der wichtigste Satz. Und es funktionierte. Ich merkte, dass es sich trotz der Schmerzen richtig anfühlte und sich eine riesige Stärke in mir ausbreitete. „Der Kopf kommt.“ Das war der größte Motivationsschub überhaupt. Ich schaute an mir runter, sah das kleine Köpfchen unseres Engels und ab da ging alles so schnell, dass es sich wie Sekunden für mich anfühlte bis Narin nun am 13.12.2025 um 16.23 Uhr geboren war. Ich nahm sie überglücklich und überwältigt direkt in den Arm, während der Papa noch hinter uns saß und ebenfalls seine Hand reichte. Der Raum war so voller Liebe, Glückseligkeit, Ruhe und Frieden. Ich glaube Narin hatte ganz kurz aufgeschrien; so richtig kann ich mich daran nicht erinnern. Ich durfte nach ihrer Auspulsierung die Nabelschnur durchschneiden und jeder wünschte der kleinen Maus etwas.

Nach kurzer Zeit wechselten wir ins Bett und Narin suchte die Brust. Ich war zunächst etwas unbeholfen, so dass mir die Hebamme Vanessa beim ersten Anlegen kurz half. Nachdem wir allein zu dritt Zeit zum Ankommen bekommen hatten, kamen Ina und Vanessa zurück ins Schlafzimmer. Ab hier weiß ich die Reihenfolge nicht mehr sicher: Ich gab die kleine Maus dem Papa auf die Brust. Beide schliefen typischer Weise schnell ein:D Vanessa begleitete mich während der Nachgeburt im Bett und ging mit mir ins Badezimmer zum Duschen. Tatsächlich wurde mir noch ein bisschen schwindelig. Ganz in Ruhe wurden auf dem Bett auch die ersten Untersuchungen an der kleinen Maus durchgeführt während ich nebenbei verarztet wurde. Die Plazenta wurde untersucht und wir hatten auf dem Balkon einen Blumentopf vorbereitet, indem sie anschließend „eingepflanzt“ wurde.

Schließlich räumten die Hebammen sogar alles noch soweit auf, verabschiedeten sich herzlich und mit der kleinen Maus auf dem Bauch schlief ich geschafft aber sehr zufrieden und beseelt ein.

Für mich war es trotz der Anstrengungen und Schmerzen genau die richtige Entscheidung zuhause zu entbinden. Es war eine so schöne Geburt; von tollen Menschen begleitet, die mir eine intuitiv selbstbestimmte Geburt ermöglicht haben; ohne Stress mit klarer Unterstützung, viel Liebe, Fürsorge und Verständnis. Ich würde mich immer wieder für die Begleitung durch das Geburtshaus entscheiden und bin immer noch sehr dankbar für die wundervolle Hausgeburt.

Herzliche Grüße und ein riesiges Dankeschön; macht weiter so!

Olivia

Schon bevor wir einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen halten durften , stand der Entschluss fest, eine Geburt im Geburtshaus anzustreben . Durch die Geburten unsere zwei Kinder zuvor war ich geprägt von Selbstzweifel es jemals ohne PDA schaffen zu können aber auch den tiefen Vertrauen in mich ,meinen Körper und unser Baby das vieles anders laufen würden mit einen Geburtsort an den wir uns sicher und verstanden fühlen .

Im November 2024 erhielten wir die langersehnte Nachricht unser drittes Baby im Juli 2025 empfangen zu dürfen. Direkt rief ich im Geburtshaus an um mich für eine Geburt dort anzumelden. Es folgten regelmäßige Termine mit Vorsorgen und wir freuen uns jedes Mal aufs neuen diesen wunderschönen Ort besuchen zu dürfen. Die Monate vergingen , Winter, Frühling und dann war es plötzlich Sommer und der errechnete Geburtstermin rückte immer näher. Beide unsere Kinder kamen nach den Errechneten Termin auf die Welt und so waren wir uns sicher das es auch diesmal der Fall sein würde.

Wie vermutet, passierte erstmal nichts. Jeden Abend hatte ich Wehen die dann aber auch wieder verschwanden und morgens wachte ich mit jeden weiteren Tag ein kleines bisschen frustrierter auf das ich eine gute Nacht hatte (wie man es mit zwei kleinen kindern im Familienbett hat 😉 )

9. Tage über den ET beschlossen wir Nachmittags mit den kindern nochmal schwimmen zu gehen und machten uns einen entspannten Tag. Die Bewegung und die Schwerelosigkeit taten sehr gut und ich behielt die Hoffnung und Zuversicht das sich unser Baby bald auf den Weg macht.

In dieser Nacht wurde ich um 3.30 Uhr wach und spürte Kontraktion. Das war erstmal nicht neu für mich und ich schenke diesen wenig Beachtung . Ich dämmerte weiter, kuschelte mit unseren kindern die friedlich neben uns lagen und spürte jedoch schnell das direkt eine Regelmäßig da war und ich alle 3 bis 4 Minuten die Wehen veratmen musste .

Diese Schwangerschaft habe ich mich schon Anfang vom 2. Trimenon mit der Geburtsvorbereitung „Die friedliche Geburt „ beschäftigt . Also startete ich die Hypnose und habe trotz intensiver Wehen den Schmerz annehmen können . Gegen 5.30 Uhr weckte ich meinen Mann und ich beschloss in die Badewanne zu gehen . Mittlerweile hatte ich alle 3 Minuten Wehen die ich intensiv veratmete. Im Wasser fühlte ich mich wohl und die Minuten verflogen . Die Hypnose hat mir weiterhin sehr geholfen ruhig zu bleiben und in Verbindung mit unsere Tochter.

Um 6.45 Uhr fragte mein Mann (mittlerweile ein bisschen nervös? ) ob es nicht jetzt an der Zeit wäre im Geburtshaus anzurufen . Aus Sorge und geprägt von den 2 vorherigen Geburten stieß er mit dieser Frage nicht ganz auf Einverständnis meinerseits . Der Gedanke einer sehr langen Geburt und möglichen Enttäuschungen über eine geringen Geburtsfortschritt bremsten mich, losfahren zu wollen .

Mein Mann fande seine Idee dennoch gut und so riefen wir im Geburtshaus an und Ina begrüßte uns freundlich. Auch sie schätze die Situation gut ein und empfohl uns ,uns zeitnahe auf den Weg zu machen.

Widerwillig stieg ich aus der Badewanne und wir machten uns Abfahrt bereit . Unsere beiden Kinder waren mittlerweile auch wach geworden und wurden von ihrer Tante versorgt die glücklicherweise seit einigen Tagen hier übernachtete.

Wie verabredet trafen wir um 8 Uhr morgens im Geburtshaus ein . Die 30 minütige Autofahrt habe ich so gut wie nicht wahrgenommen . Konzentriert auf mich und die Hypnose.

Empfangen wurden wir von Ina und Hebammen Studentin Evelyn. Der Geburtsraum war vorbereitet, die Badewanne füllte sich mit Wasser, die Kerzen brannten. Auch unsere mitgebrachte Kerze die ich mit unseren kindern gestaltet habe ,fand ihren Platz .

Ich veratmete alle 2 Minuten die Wehen, liegend auf den Bett ,gehalten von meinen Mann . Ina fragte ob ich eine Untersuchung wünschte, was ich verneinte. Zwei kräftige Wehen später fande ich den Vorschlag doch ganz gut. Im Nachhinein betrachtet waren diese zwei Wehen die einzigen beiden die ich als schmerzhaft und intensiv empfunden habe.

Mittlerweile war es 8.45 Uhr . Ina teile uns mit das die Geburt kurz bevor stand und der Muttermund fast vollständig geöffnet ist. Dieser Aussage konnte ich keinen Glauben schenken und fragte Ina unzählige Male ob sie sich wirklich sicher sei . In meinen Gedanken konnte ich es nicht fassen ohne PDA ,Schmerzmittel und Intervention unsere Tochter gebären zu dürfen und zu können.

Ich beschloss in die Badewanne zu steigen. Im 4 Füßler stand genoss ich den kurzen Moment der Schmezlinderung. Den Geburtskamm immer noch fest in meiner Hand, folgte eine weitere intensive Wehe. Die Fruchtblase sprang und Ina sagte das sie schon den Kopf sehen könnte . Das erste Mal habe ich den Gedanken zugelassen das unsere Tochter an diesen wunderschönen Ort geboren wird. Es folgten zwei Presswehen und Olivia Luise Catherine wurde um 9.05 Uhr im Wasser geboren . Friedlich, alleine durch meine Kraft, im Vertrauen. Direkt nahm ich Sie durch meine Beine entgegen und schloss sie fest in den Arm. Mit warmen Handtüchern bedeckt schaute sie uns mit großen Augen an . Zufrieden und von Herzen geliebt .

Ich verblieb in der Badewanne bis die Plazenta geboren wurde . Nach der Plazentageburt durchtrennt wir gemeinsam die Nabelschnur mit guten Wünschen für unsere kleine Tochter.

Mit Evelyns Hilfe duschte ich direkt und kuschelte mich ins Bett während mein Mann und Tine ( die erst nach der Geburt dazu kam ) die U1 machten . Wie schon erwartet wog auch unser drittes Kind über 4 kg .

Eine Inspektion der Geburtswege ergab zum glück keine versorgungspflichtige Verletzungen.

Tine bereitet uns ein wunderbares Frühstück vor und gegen Mittag machten wir uns bereits auf den Weg nach Haus.

Überglücklich, voller Stolz und Dankbarkeit blicken wir auf die Geburt zurück.

Danke liebe Ina für die Zuversicht die du mir in genau den richte Momenten vermittelt hast und deinen energischen Rat uns auf den Weg ins Geburtshaus zu machen ?

Danke liebe Tine für deine lieben Worte und das tolle Frühstück.

Danke Evelyn für deine Unterstützung und dein Engagement

Ihr werdet für immer teil unsere Geschicht bleiben und dank euch durften wir die heilende Geburt erleben die wir uns so sehr ersehnt haben.

Alles liebe für euch

I. und B. mit Olivia

Überraschende Geburt

Alles fing irgendwie damit an , dass mein Mann mir Anfang März sagte, dass er am ersten Wochenende im Mai unserem Schwager helfen wollte, seine Küche in Brandenburg aufzubauen. Ich hielt inne und rechnete nach. Es wäre in der SSW 37+1 Ich meinte:“ Ich darf da schon im Geburtshaus entbinden wenn die Geburt losgehen sollte.“ Daran hatte er gar nicht gedacht. Für ihn stellte sich eher die Frage ob es mir mit unseren drei Jungs und hochschwanger zu anstrengend werden würde wenn er für zwei Tage unterwegs wäre. Wir einigten uns darauf, dass wir es erstmal auf uns zukommen lassen würden und wenn ich dann kurz vorher ein schlechtes Gefühl dabei hätte oder es mir nicht gut gehen sollte, dann würde er nicht fahren. Nun ja, eigentlich rechnete ich wirklich nicht damit dass unsere Tochter fast drei Wochen früher kommen würde. Unsere Jungs kamen zwar alle 2-5 Tage vor ET aber früher rechnete ich auch nicht mit dieser Geburt. Ich durfte alle Jungs im Geburtshaus entbinden, wofür wir sehr dankbar sind. Bei der Geburt unseres ersten Sohnes hatten wir eine Doppelbelegung. Sabine betreute schon eine Geburt und sagte dass Meike mich begleiten würde. Ich konnte also nicht in das große Geburtszimmer. Aber das war für mich auch nicht weiter schlimm. Ich hatte keinen großen Wunsch in die Badewanne zu gehen. Meike betreute uns großartig und wir fühlten uns sehr gut aufgehoben. Bei der Geburt unseres zweiten Sohnes ging alles wesentlich schneller und auch dort fühlten wir uns bei Edith super gut aufgehoben. Ich weiß noch wie verwirrt meine Schwester da stand, als wir wieder nach Hause kamen. Sie hatte auf unseren Großen aufgepasst und dachte wir wurden aus dem Geburtshaus wieder nach Hause geschickt weil es bis zur Geburt noch etwas dauern würde. Da legte ich ihr unseren neugeborenen Sohn in die Arme. 🙂 Unser Dritter hatte es ganz eilig und ich freute mich als Edith sich am Telefon meldete. Sie empfing uns nach einer Fahrt mit intensiven Wehen im Geburtshaus und fragte ob ich in die Wanne möchte. Ich bejahte und sie ließ die Badewanne ein. Aber im nächsten Moment rief ich schon, dass der Kleine jetzt kommt. Mit der Wanne wurde es nichts. Nach acht Minuten im Geburtshaus erblickte unser Sohn das Licht der Welt! Und jetzt erwarteten wir unser Mädchen! Die Jungs wünschten sich alle eine Schwester und konnten es schon langsam nicht mehr abwarten bis sie endlich da sein würde! Es beschäftigte mich immer wieder dass mein Mann an dem besagten Wochenende im Mai so weit weg sein würde. Ich beruhigte mich immer wieder und sagte, dass es nur eine Kopfsache ist. Ich rechnete nicht wirklich damit dass sie soviel früher kommen wird. Aber ich brauchte einen Plan B. Ich hatte ja schon die Erfahrung gemacht, dass die zweite und dritte Geburt ziemlich schnell waren und wollte es nicht riskieren alleine dazustehen falls unsere Tochter sich dennoch an dem Wochenende ankündigen sollte. Also sprach ich mit zwei Freundinnen die bereit wären mich zu begleiten falls es tatsächlich so eintreffen sollte und mein Mann es nicht rechtzeitig zur Geburt schaffen sollte. Am Dienstag vor dem besagten Wochenende hatte ich meinen Termin im Geburtshaus zur Kontrolle und lernte Ina zum ersten Mal kennen. Sie fragte ob wir uns fürs Wochenende verabreden wollen um mein Baby zu bekommen. „Ne,“ meinte ich. „Ich möchte noch ein paar Dinge erledigen und mein Mann ist an dem Wochenende noch unterwegs. Dieses Wochenende geht nicht aber die Woche darauf könnten wir uns verabreden.“ Mein Mann fuhr also am Freitag nach Brandenburg. 300 km weit weg. Ich war ganz ruhig und entspannt. Am Abend erinnerte ich meine Freundinnen dennoch daran dass sie ihre Handys laut lassen sollten falls ich eine von ihnen anrufen sollte. Aber es würde mit Sicherheit alles ruhig bleiben. Ich wollte noch die Babyschale fertig machen. Ich hatte den Bezug nach dem letzten Waschen noch nicht wieder drüber gezogen. Ich überlegte kurz ob ich den nochmal in die Waschmaschine schmeißen sollte. Damit er wirklich ganz frisch ist. Nein, entschied ich. Nicht dass es tatsächlich in der Nacht losgeht und der dann nass ist. Also zog ich ihn über die Babyschale. Ich schlief die Nacht komplett durch und war wirklich ausgeschlafen. Gegen sieben wurde ich wach und musste zur Toilette. Ich setzte mich auf die Bettkante und stand auf. Irgendwas schwappte in meinen Slip. Ich ging zur Toilette und dachte es wäre etwas Urin rein gegangen. Wunderte mich aber, weil ich es in der SS eigentlich eher unter Belastung kannte. Aber ich dachte mir erst nichts dabei. Als ich dann innerhalb kurzer Zeit paar Mal meine Unterwäsche wechseln musste, fragte ich mich doch, ob es ein Blasensprung sein könnte. Ich hatte noch leichte Unterleibsschmerzen aber keine Wehen oder ähnliches. Ich schrieb meiner Schwester eine Nachricht und fragte wie es damals bei ihr beim Blasensprung gewesen sei. Sie rief mich umgehend zurück und fragte was bei mir los wäre. Ich schilderte ihr meine Situation und sie meinte, es wäre bei ihrem Blasensprung damals alles genau so gewesen. Ich war hin und her gerissen. Hatte ich jetzt wirklich einen Blasensprung? Sollte ich meinen Mann wieder nach Hause rufen? Oder war es falscher Alarm? Ich verlor immer wieder Flüssigkeit…also rief ich im Geburtshaus an. Ina hatte Dienst und sagte dass es sich danach anhörte, dass es durchaus ein Blasensprung sein könnte und fragte ob ich die Gelegenheit hätte ins Geburtshaus zu kommen damit sie es genauer sagen könnte. Ich rief meinen Mann an und erklärte ihm die Lage. Er solle sich darauf einstellen nach Hause zu kommen. Er war ganz überrascht. Es war zwar alles organisiert dass er im Notfall nach Hause kommen könnte und gescherzt hatten sie auch darüber. Nur nicht ernsthaft damit gerechnet. Ich organisierte einen Babysitter und fuhr mit meiner Schwester ins GH. Unterwegs fragte ich mich immer wieder ob ich keinen falschen Alarm machte. Aber meine nasse Hose belehrte mich eines besseren. Ina bestätigte, dass ich einen Blasensprung hatte und wir sprachen darüber was mir jetzt helfen würde und dass ich die Kinder schon irgendwo unterbringen sollte um startklar zu sein. Ich hatte immer noch keine Wehen und in dem Moment beruhigte es mich enorm und ich war ganz sicher dass mein Mann rechtzeitig zu Hause sein würde. Zuhause angekommen, kochten wir scharf und ich erledigte noch einige Dinge im Haushalt damit ich mich ganz auf die Geburt einstellen konnte. Mein Mann kam ca halb drei Zuhause an. Gott sei Dank! Die Kinder fuhren mit ihren Babysittern in den Tierpark. Wir hingegen machten einen Spaziergang und stellten uns auf die Geburt ein, die sich aber noch gar nicht weiter bemerkbar machte. Wir hatten uns auch noch nicht auf einen Namen festgelegt weil wir uns zwischen zwei Namen nicht entscheiden konnten. Aber das wollten wir jetzt auch nicht unter Druck tun. Also einigten wir uns darauf uns auf die Geburt zu konzentrieren und uns später dann final für einen Namen zu entscheiden. Wenigstens fingen sie beide mit A an. Um 20 Uhr fuhren wir wieder ins Geburtshaus zur Kontrolle. Ich hatte immer noch keine spürbaren Wehen. Nur leichten Druck im Becken oder zwischendurch einen harten Bauch. Die 24Std Regelung, dass die Geburt nach dem Blasensprung dann im Gang sein müsste, stresste mich irgendwann. Aber die Hebamme Ina und auch mein Mann haben mir da den Druck rausgenommen und mir Mut gemacht dass es alles klappen wird. Und dann sind wir nach Hause gefahren, haben uns unterwegs noch was zu Essen bestellt und es uns bei der letzten Folge von LOL im Wohnzimmer bequem gemacht. Nach einer Viertelstunde (halb 11) fingen die Wehen an. Die waren auch sofort unangenehm und ziemlich schnell regelmäßig in 3-4min Abstand und auch 1 min lang. Nach einer 3/4 Std sind wir hier bei uns ein wenig spazieren gegangen und ich habe meine Wehen veratmet. Aber um Viertel vor 12 hat mein Mann dann im GH angerufen und 10 nach waren wir dann da. Ina sagte davor schon dass wir lieber zu früh kommen sollten als dass es wieder so knapp wie beim letzten Mal wird. An meinen Mann gelehnt, veratmete ich noch ein paar Wehen. Nach einem Toilettengang und ein paar Wehen auf der Toilette (puuh sind die unangenehm, dafür aber hilfreich) versuchte ich eine Wehe kniend vor dem Bett zu veratmen. Bei den letzten Geburten empfand ich es sehr angenehm aber jetzt total unangenehm. Die Badewanne war jetzt vorbereitet und dieses Mal ging ich tatsächlich in die Wanne. Es war auch ganz wohltuend. Zwischendurch fragte ich ob die Wehen hier nicht etwas nachlassen und es zu entspannt wird. Da meinte Ina es ist alles gut und ich darf ruhig ein wenig entspannen. Naja es hat insgesamt dann doch nicht lange gedauert. Um 0:56 Uhr kam unsere Tochter zur Welt. Da lag sie in der Wanne vor mir,hatte die Augen auf und schaute uns mit ihren dunklen Augen durchs Wasser an. Ich war ganz überrascht dass sie so dunkle und viele Haare hat. Und sie war voller Käseschmiere. Das kannten wir von den Jungs nicht aber die kamen ja auch nicht so früh. Für die Nachgeburt gingen wir aufs Bett und dann genossen wir es mit unserer süßen kleinen Tochter zu kuscheln! Die Hebammen kümmerten sich super um uns, ließen uns aber auch unser Glück in vollen Zügen als Familie genießen! Für uns waren es wundervolle Momente und ein riesen Segen, dass unsere Kinder alle im Geburtshaus das Licht der Welt erblicken durften! Vielen Dank an das tolle, herzliche und engagierte Team! Ihr habt einen wesentlichen Teil dazu beigetragen dass wir das Wunder einer (oder vier :-))Geburt(en) in einer so natürlichen und entspannten Atmosphäre erleben durften.

Selbstbestimmte Geburt

Schon früh in der Schwangerschaft war für uns klar, dass wir unser Kind nicht in einem Krankenhaus zur Welt bringen möchten. Wir wünschten uns eine selbstbestimmte Geburt in einer ruhigen, geborgenen und positiven Atmosphäre. Auf der Suche nach Alternativen sind wir auf das Geburtshaus in Bielefeld gestoßen. Direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest haben wir uns angemeldet – in der Hoffnung, einen Platz zu bekommen.

Beim ersten Kennenlernen wurden wir direkt sehr herzlich empfangen. Uns wurden die Geburtsräume gezeigt, der Ablauf der Vorsorgen und der Geburt ausführlich erklärt und all unsere Fragen geduldig beantwortet. Bereits in diesem Termin hatten wir das Gefühl, angekommen zu sein. Noch vor dem Verlassen des Geburtshauses stand unsere Entscheidung fest: Wir wollten unser Kind hier zur Welt bringen.

In den folgenden Monaten fanden die Vorsorgeuntersuchungen im Wechsel beim Frauenarzt und im Geburtshaus statt. So konnten wir nach und nach alle Hebammen kennenlernen. Jede einzelne begegnete uns mit großer Ruhe, Empathie und fachlicher Kompetenz. Die Betreuung war geprägt von Vertrauen, Einfühlungsvermögen und vielen hilfreichen Informationen. Dies hat uns sehr gestärkt und viel Sicherheit für die Geburt gegeben. 

Auch der Geburtsvorbereitungskurs, an dem wir im Geburtshaus teilgenommen haben, hat uns mit vielen hilfreichen Informationen und wertvollen Empfehlungen sehr gut auf die Geburt vorbereitet.

Sechs Tage nach dem errechneten Termin begann am späten Abend schließlich die Geburt. Wir schufen uns zu Hause eine ruhige Atmosphäre mit gedimmten Licht, Kerzen und Musik und ich begann, die Wehen zu veratmen – so, wie ich es im Geburtsvorbereitungskurs und beim Hypnobirthing gelernt hatte. Über die Nacht bewegte ich mich viel und wechselte die Positionen. Die Abstände zwischen den Wehen wurden rasch kürzer und intensiver.

Am frühen Morgen lagen die Wehenabstände bei etwa drei Minuten, sodass wir die Rufbereitschaft des Geburtshauses kontaktierten. Zufällig hatte eine Hebamme Dienst, die ganz in unserer Nähe wohnte, und sie kam spontan zu uns nach Hause für eine Einschätzung der Situation und eine kurze Untersuchung.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass der Muttermund bereits 7–8 Zentimeter geöffnet war. Da ich mir eine Wassergeburt in der Badewanne wünschte, entschieden wir uns dazu, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, ins Geburtshaus loszufahren.

Dort angekommen wurde ich noch einmal kurz untersucht und konnte dann direkt in die Geburtswanne steigen. Die Atmosphäre im Geburtsraum war ruhig, vertrauensvoll und harmonisch. Mein Mann und die Hebammen begleiteten mich mit viel Ruhe, Zuspruch und Präsenz. Niemand drängte und niemand störte – ich konnte ganz bei mir bleiben, mich auf meine Atmung konzentrieren und meinem Körper vertrauen. Meine im Vorfeld formulierten Geburtswünsche wurden von den Hebammen jederzeit berücksichtigt, ohne dass ich sie während der Geburt erneut ansprechen musste.

Etwa zwei Stunden später durften wir unseren Sohn in der Wanne in Empfang nehmen. Dieser Moment war überwältigend und unbeschreiblich schön. Nach der Geburt der Plazenta hatte ich Zeit zum Duschen und anschließend durften wir uns als frisch gebackene Familie ins Bett kuscheln. Die Hebammen zogen sich zurück, erledigten im Hintergrund die notwendigen organisatorischen Dinge und schenkten uns Raum, unseren Sohn kennenzulernen.

Auf Wunsch besorgen die Hebammen etwas zu essen aus umliegenden Restaurants. Nach dieser Stärkung, einer erneuten Untersuchung und einem ruhigen Abschlussgespräch konnten wir das Geburtshaus bereits vier Stunden nach der Geburt verlassen. Direkt in das eigene Zuhause und in das eigene Bett zu fahren und dort das Wochenbett zu beginnen fühlte sich für uns genau richtig an.

Rückblickend sind wir unendlich dankbar für diese Erfahrung. Die Geburt war intensiv, kraftvoll und emotional – aber vor allem selbstbestimmt, geprägt von Vertrauen und begleitet von wunderbaren Hebammen. Das Geburtshaus hat uns nicht nur fachlich hervorragend betreut, sondern uns auch emotional gestärkt und uns gezeigt, wie erfüllend und schön eine Geburt sein kann.

Wir würden uns jederzeit wieder für eine Geburt im Geburtshaus entscheiden und können diesen Ort von ganzem Herzen weiterempfehlen.

Danke für diese besondere Begleitung und dafür, dass ihr uns den Start ins Familienleben so liebevoll ermöglicht habt.

Viele Grüße

J.

Die Geburt unserer Tochter

Die Geburt unserer Tochter – 19. Februar 2025

Am 18. Februar 2025 um 20 Uhr begann unsere kleine Reise – mit den ersten unregelmäßigen, aber schon deutlich spürbaren Wehen. Ich konnte sie gut veratmen, fühlte mich ruhig und bereit. Es war, als würde mein Körper mir sagen: „Es ist soweit.“

Gegen 21.30 Uhr wurden die Wehen regelmäßiger und intensiver. Ich ließ mich ganz auf sie ein – bewegte mich frei durch unser Zuhause, saß auf dem Petziball, hörte leise Musik und nahm ein warmes Bad. Es war eine ruhige, fast magische Stimmung. Ich spürte jede Welle, und mit jeder einzelnen kam ich meinem Baby ein Stück näher. Ich war vollkommen im Vertrauen – in meinen Körper, in den Moment und in das Leben, das sich in mir bereit machte, geboren zu werden.

Um 23 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Geburtshaus. Als wir gegen 23:30 Uhr ankamen, fühlte ich mich sofort geborgen. Ich konnte mich frei bewegen, lachen, atmen – einfach sein. Mein Mann und meine Hebamme begleiteten mich liebevoll und aufmerksam. Wir machten Witze, lachten zwischendurch, und selbst als ich auf der Toilette während einer Wehe fluchte, war da so viel Nähe, Menschlichkeit und Wärme.

Zurück in der Badewanne, umgeben von Kerzenlicht und leiser Ruhe, fand ich wieder in meinen Rhythmus. Ich war ganz bei mir und unserem Baby. Ich spürte, wie der Moment näher kam – ein kraftvolles, überwältigendes Gefühl von Hingabe und Stärke.

Dann kam der Pressdrang, und schon nach kuzer Zeit war sie da – unsere Tochter. Schön, ruhig und kraftvoll glitt sie ins warme Wasser, direkt in meine Arme.
Ein unbeschreiblicher Moment voller Liebe, Erleichterung und tiefer Dankbarkeit.

Noch heute blicke ich so dankbar und glücklich auf diesen magischen Moment zurück und bin Jule und Ina extrem dankbar für so eine lockere und liebevolle Begleitung ?