Das Geburtshaus ist ein Ort der Geborgenheit, der Ruhe, der Warmherzigkeit, der lieben Menschen, der Wertschätzung, des Glücks und des Vertrauens, aber auch der Anstrengungen, der Kraft und des Durchhaltevermögens.Kurz: ein Ort zum Wohlfühlen.
Schon nach unserer ersten Erfahrung im Geburtshaus 2024, während der Schwangerschaft und Geburt unseres ersten Kindes war für uns klar, dass auch alle weiteren Kinder dort zu Welt kommen dürfen, wenn es die Umstände erlauben. So kam es, dass wir auch dieses Mal nach dem positiven Schwangerschaftstest dort einen Termin bekommen haben. Es war schön wieder in den Räumen zu sein und von Jule (sie hat die erste Geburt begleitet) so herzlich in Empfangen genommen zu werden.
In der Nacht zum 10. Mai ging es dann 5 Tage vor ET überraschend los.In der Nacht gegen 3:30 Uhr drehte ich mich auf die andere Seite und war von der Anstrengung wach, als die erste Wehe begann. Ich erkannte das Gefühl sofort wieder, dennoch war ich mir nicht sicher ob es vielleicht nur Übungswehen seien und blieb daher liegen. Als ich die Uhr dann 4:00 Uhr schlagen hörte waren es schon 7 Wehen und ich beschloss aufzustehen. Im Bad machte ich mich frisch und weckte dann meinen Mann um ihm zu berichten. Er blieb noch liegen, da ich gut alleine zurecht kam. Um mich abzulenken bereitete ich für unseren Sohn und die Oma das Frühstück vor, packte die letzten Sachen in die Geburtstasche und richtete den Wickelplatz her. Um 4:40 Uhr platze dann die Fruchtblase. Die Wehen waren unterdessen immer etwas stärker geworden und auch die Abstände wurden kleiner. Um nun auch den Hebammen Bescheid zu geben, wählte ich die Nummer der Rufbereitschaft und hatte Johanna am Telefon. Wir vereinbarten, dass ich nochmal anrufen sollte, wenn ich in ca. 45 Minuten im Geburtshaus sein möchte. Nun hatte ich das Gefühl es geht alles sehr flott voran und rief die Oma an um sie zu bitten ihre Sachen zu packen. Anschließend weckte ich meinen Mann erneut und bat ihn die Oma abzuholen. Als er losfuhr hatte ich bereits recht starke Wehen die zwischen 4 bis 6 Minuten erneut kamen. Also rief ich Johanna erneut an, verabredete mich mit ihr gegen 6:00im Geburtshaus und bat sie auch die Wanne schon einzulassen. Dann setzte ich mich mit irgendeiner Dokumentation über das Leben in den Bergen ins Wohnzimmer, trank viel Wasser und veratmete fleißig die Wehen. Dann kam mein Mann zurück und ich war froh, als er auch endlich startklar war. Geschwind brachte er alles ins Auto und ich veratmete noch eine Wehe, bevor ich schnellstmöglich durchs Treppenhaus und ins Auto ging. Auf der Fahrt (ca. 12 Minuten) waren die Wehen noch viel stärker, sodass ich zum tönen überging. Das Einzige was ich noch bewusst von den Wehenpausen weiß, ist dass unter dem rosa Himmel der Morgendämmerung jede Ampel rot war. Um 6:09 Uhrstieg ich dann endlich die Stufen zum Geburtshaus hoch und ging direkt in die Badewanne. Meine Beine hörten dadurch auf zu zittern und ich konnte ganz kurz ankommen. In der nächsten Pause hörte Johanna den Puls vom Baby ab, doch es war alles gut. Dann kam überraschend schon das Gefühl auf, mit schieben zu wollen und bereits in der nächsten Wehe konnte ich spüren wie der Kopf tiefer rutschte. Der Druck in mir drinnen nahm zu und beim nächsten Mal Drücken war der Kopf schon unten. Johanna bestätigte mir mein Gefühl, denn sie hatte mit einem Spiegel nachgeschaut. Mit der nächsten Wehe war der Kopf durch. Ich nahm nochmal alle Kraft zusammen. Um 6:31 Uhr war unser Baby plötzlich da und schwamm vor mir in der Wanne. Überrascht und Überglücklich zugleich schauten wir uns unser zweites Kind an. Johanna pustete es einmal kräftig an und mit einem kleinen Schrei fing es an zu atmen. Wir kuschelten noch etwas in der Wanne, bis mein Mann schließlich die Nabelschnur durchtrennte und dann das Baby auf den Arm nahm. Nun kam auch Marie an und begleitete die beiden ins Bett. Während dessen halfen mir die ersten Nachwehen die Plazenta herauszuschieben. Anschließend brauste ich mich ab und ging dann mit etwas Hilfe in ein Handtuch gewickelt zu den beiden ins Bett. Nach einer Weile schaute Johanna nach meinen Verletzungen und Marie führte die U1 durch. Zwischendurch durften wir uns etwas stärken und weiter kuscheln. Auch das Stillen funktionierte wieder gut und wir konnten uns alle etwas erholen. Gegen 9:00 Uhr war dann Aufbruchstimmung. Während Marie und mein Mann sich um das Baby gekümmert haben, zog ich mich an und Johanna gab mir noch ein paar wichtige Infos für die nächsten Tage mit auf den Weg. Nach dem obligatorischen Foto im Flur mit der Tafel, fuhren wir schließlich um 9:37 Uhr mit unserem Baby nach Hause. Ich war immer noch überrascht und gleichzeitig erleichtert wie schnell alles ging und freute mich dann auf unser erstes Kind und den Start zu Hause ins Wochenbett. So ein schöner Muttertag!
Auch für diese wunderbare Erfahrung im Geburtshaus sind wir sehr dankbar. Es ist so ein schöner Ort der von einem wirklich tollen Hebammenteam belebt wird. Besonders bedanken möchte wir uns bei Johanna für ihre ruhige, herzliche und wertschätzende Art mit der sie die Geburt begleitet hat und bei Marie für den liebevollen Umgang mit unserem Baby. Nun nehmen wir diese zweite schöne Erfahrung mit in unsere Familie und sind unendlich dankbar für die Möglichkeiten, welche das Geburtshaus bietet.








